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Theater Basel I Rusalka

Das «Basler Opernwunder» erfährt eine packende Fortsetzung. Regisseurin Jurate Vansk erzählt das tragische Scheitern einer Liebe aus femininer und feministischer Sicht. Das hochkarätige Ensemble des Basler Theaters setzt diese Lesart bewegend um.

Kritik
Das «Basler Opernwunder» setzt sich mit Dvoraks symbolistischer Märchenoper RUSALKA fort. Im Zentrum von RUSALKA steht das Schicksal einer jungen Frau. Deshalb ist es mehr als legitim und naheliegend, die ergreifende Geschichte aus weiblicher, ja feministischer Sicht zu erzählen, so wie sie die litauische Regisseurin Jurate Vansk im Theater Basel auf die grosse Bühne bringt. Dazu stehen ihr Darstellerinnen und Darsteller von herausragenden Qualitäten zur Verfügung: Svetlana Ignatovich durchdringt die Partie mit ihrem wunderbar bruchlos alle Gefühlsregungen auslotenden, kraftvollen Sopran – das beginnt beim Lied an den Mond, in welchem sie ihre Wünsche offenbart, und endet in der Verzweiflung über ihre Unfähigkeit, ihre Sehnsucht nach Liebe verwirklichen zu können.
Fazit: Ja, es ist eine ganz persönliche Lesart des Märchens aus der Sicht einer Frau: Doch es lohnt auf jeden Fall, sich mit offenen Augen darauf einzulassen. Musikalisch und darstellerisch phänomenal!

Rusalka – Lyrisches Märchen in drei Akten
Ein Märchen, in dem Welten aufeinander treffen, Wasser und Land, Bewusstes und Unbewusstes, Sehnsüchte und Realität. Und nicht zuletzt ein Mann und eine Frau, die lernen und spüren müssen, welch fatale Folgen es hat, wenn sich Sehnsüchte nicht gemeinsam realisieren lassen.
Es brodelt unter der Oberfläche. Eine junge Nixe, eine Rusalka, hat sich verliebt. In einen Sterblichen, in einen von oben, vom trockenen Land. Um dorthin zu gelangen muss sie sich dem Wassermann widersetzen und ihre Schwestern zurück lassen. Doch nicht nur das nimmt sie in Kauf: Um aus dieser Welt auszubrechen, muss sie auch auf ihre Stimme verzichten. Und nun, da sie angekommen ist – stumm – wie soll sie ihrem Geliebten ihre Sehnsüchte mitteilen?
Auch dieser Geliebte – der Prinz – steht vor Problemen. Denn in seiner Welt brodelt es ebenso. Er steht zwischen einer mysteriösen Frau aus der Natur und einer aus Fleisch und Blut: Für seine Liebe zu Rusalka müsste er auf Konventionen und Gesellschaft pfeifen, der fremden Fürstin, die ihn umwirbt, eine klare Absage erteilen. Wenn er sich für die Realität entscheidet und gegen seine Sehnsüchte, was wird dann aus Rusalka?
Als Rusalka und Prinz stehen nun zum dritten Mal Svetlana Ignatovich und Maxim Aksenov als tragisches Liebespaar auf der Bühne.
Für art-tv.ch und oper-aktuell: Kaspar Sannemann
Ausführliche Kritik und Hintergrundinfos

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