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St.Galler Festspiele | Samson et Dalila

Die St.Galler Festspiele verzaubern mit der Oper "Samson und Dalila" den magischen Klosterhof in ein eindrückliches Spektakel.

Ein Opernabend lebt von der äusseren Umgebung seiner Darbietung. Die Spielstätte kann im besten Fall sogar Element der Inszenierung sein. Magische Opernerlebnisse entstehen dann, wenn Inhalt und Sujet eines Werkes in thematischem Bezug zum Ort der Aufführung stehen, wenn auf diese Weise die Grenzen zwischen Bühnenraum und Spielstätte verschwimmen und beides vor dem Hintergrund einer einheitsstiftenden Kulisse ineinander übergeht.
Insofern werden die St.Galler Festspiele auf dem Klosterhof, der traditionell ein Ort der religiösen Zusammenkünfte ist, neuerlich für ein magisches Spektakel unter freiem Himmel sorgen, indem sie den Versuch wagen, eine Brücke zwischen Kunst und Tradition zu schlagen.

Der Glaubenskrieg zwischen Hebräern und Philistern hat einen ersten Höhepunkt erreicht: Der Hebräer Samson, an Stärke unübertroffen, tötete den Philister Abimélech, da dieser Jehova verhöhnt und Dagon als höchsten Gott gepriesen hat. Die Lager der Hebräer und Philister sind daraufhin so gespalten wie noch nie zuvor. Als die reizende Dalila die Szene betritt, ist Samson wie gebannt von ihrer Schönheit. Dalila macht Samson Liebesversprechungen, doch dabei ist Berechnung im Spiel. Sie möchte das Geheimnis von Samsons Stärke ergründen, um ihn dann den lauernden Philistern auszuliefern. Samson, dem es anfangs noch gelingt, Dalilas Reizen zu widerstehen, verfällt ihren Verführungskünsten am Ende doch und folgt ihr in ihr Haus, wo er von den Philistern gefangen genommen wird. Im Tempel des Gottes Dagon wird Samson von den Philistern gezwungen, ihrem Gott zu huldigen. In diesem Augenblick der grössten Not erhält Samson seine einstige Stärke zurück und erschüttert die beiden Säulen, sodass der Tempel einstürzt und alle unter sich begräbt. Grossangelegte Chorszenen und musikalisch facettenreiche Soli. Dass Camille Saint-Saëns aus diesem Stoff ursprünglich ein Oratorium machen wollte, ist in «Samson et Dalila» noch deutlich spürbar. Die Glaubensgemeinschaften äussern sich in grossangelegten Chorszenen im Stil Händels und betonen die Vorherrschaft des Kollektivs über das Individuum. Demgegenüber wird die Mitte des Werkes von solistischen Passagen dominiert, die ein fein austariertes Spektrum an Gefühlsregungen aufbieten.

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