Mit Serge Honegger erhält das Theater Casino Zug ab der Saison 2027/28 eine neue geschäftsführende Intendanz. Mit dem Wechsel verbindet sich aus unserer Sicht die Hoffnung, dass das Haus künftig nicht nur mit hochkarätigen Gastspielen überzeugt, sondern auch eine unverwechselbare künstlerische Identität entwickelt. Ein Theater gewinnt dann an Ausstrahlung, wenn es eigene Produktionen hervorbringt, die mit dem Ort und seinem Publikum verbunden sind.
Serge Honegger übernimmt die Intendanz des Theater Casino Zug
- Publiziert am 25. Juni 2026
Ein erfahrener Kulturmanager übernimmt
Der Vorstand der Theater- und Musikgesellschaft Zug hat Serge Honegger zum designierten Geschäftsführenden Intendanten gewählt. Er tritt die Nachfolge von Ute Haferburg an, die Ende der Saison 2026/27 nach zehn Jahren an der Spitze des Hauses in Pension geht.
Honegger verfügt über langjährige Erfahrung als Kulturmanager, Dramaturg und Kurator. Nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in Zürich und Berlin arbeitete er unter anderem am Opernhaus Zürich, an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, am Theater St.Gallen sowie zuletzt an der Bayerischen Staatsoper. Seit 2024 leitet er die Fachstelle Kultur des Kantons Schaffhausen. Seine Dissertation an der Universität St. Gallen widmete sich Fragen der künstlerischen Führung.
In Zug möchte Honegger das Theater als Begegnungsort für unterschiedliche Generationen und Lebenswelten weiterentwickeln. Schauspiel, Tanz, Oper, Musik und spartenübergreifende Formate sollen lokale Verankerung mit überregionaler Ausstrahlung verbinden. Bereits ab September 2026 wird er mit einem Teilpensum die erste Spielzeit vorbereiten, bevor er im Juli 2027 die Gesamtleitung übernimmt.
Mehr als eine Gastspielbühne?
Mit der Wahl Serge Honeggers eröffnet sich für das Theater Casino Zug die Chance auf einen Neuanfang. Das Haus präsentiert seit Jahren ein qualitativ hochstehendes Gastspielprogramm. Dennoch ist es ihm aus Sicht von arttv.ch bisher nur bedingt gelungen, eine eigenständige Identität zu entwickeln. Zu oft bleibt der Eindruck einer Bühne, auf der eingekaufte Produktionen für wenige Vorstellungen Halt machen und danach weiterziehen.
Dass es dem Theater Casino Zug bislang nur bedingt gelungen ist, eine unverwechselbare Identität zu entwickeln, dürfte allerdings nicht allein am Haus selbst liegen. Zug verfügt über eine besondere Bevölkerungsstruktur mit einem hohen Anteil internationaler Fachkräfte und Expats, deren kulturelle Interessen sehr unterschiedlich sind. Gleichzeitig liegt mit Zürich eines der bedeutendsten Kulturzentren der Schweiz praktisch vor der Haustür. Unter diesen Voraussetzungen ist es anspruchsvoll, ein eigenständiges Profil zu entwickeln. Gerade deshalb wäre es jedoch umso wichtiger, auf Formate zu setzen, die nur in Zug entstehen können: Eigenproduktionen, längerfristige künstlerische Projekte und Kooperationen, die den Ort, seine Geschichte und seine gesellschaftliche Realität aufgreifen. Denn ein Theater definiert sich langfristig nicht nur über die Qualität seines Spielplans, sondern über das, was ihm eine unverwechselbare Handschrift verleiht.

