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Luzerner Theater | Lucia di Lammermoor

Wo kann man schöner sterben als in der Oper? Bei «Lucia di Lammermoor», dem Prunkstück der italienischen Opernromantik, entlädt sich Wahnsinn und Verzweiflung auf genussvolle Weise.

Kritik
Das Luzerner Theater setzt seine Reihe von grossartig produzierten Belcanto-Opern mit einer fesselnden Neuproduktion von Donizettis wohl berühmtester Oper LUCIA DI LAMMERMOOR fort: Nach der albtraumhaften SONNAMBULA und dem bewegend intensiven Kammerspiel ANNA BOLENA folgt nun also die morbid-theatralische Inszenierung eines romantischen Schauerstücks…LUCIA DI LAMMERMOOR wird oft einfach als Vehikel für eine Primadonna auf die Bühne gebracht. Hier in Luzern sind die Drahtzieher, die Männer, welche mit Lucia wie mit einer Marionette spielen, genau so wichtig – und mit hauseigenen Kräften hervorragend besetzt…Khori Dastoor spielt diese quer in der sie umgebenden faschistoiden (Enrico, Normanno, Raimondo) oder verstört pseudo-romantischen (Edgardo) Männerwelt stehende Frau, welche sich nur durch einen Mord und den eigenen Tod daraus befreien kann, mit beklemmender Intensität. Ausführliche Kritik auf oper-aktuell
Inhalt und Werk
Lucia di Lammermoor ist das Prunkstück der italienischen Opernromantik. Ein überragendes, unglaublich zeitüberdauerndes Libretto inspirierte Donizetti zu seinen wohl schönsten musikalischen Eingebungen. Lucia ist ganz im wörtlichen Sinne eine Lichtgestalt der Opernwelt, die unbefleckte Mörderin. Die Popularität dieser Oper hat auch in der Literatur ihre Spuren hinterlassen, von Flauberts Madame Bovary über Tolstois Anna Karenina bis zu Lampedusas Gattopardo, in welchem das Tenorfinale aus Lucia di Lammmermoor den inneren Monolog des Don Fabrizio begleitet.
Die Themen der Oper sind: Verfeindete Familien, Zwangsheirat, Unterdrückung der Selbstbestimmung der Frau, Zwielichtige Rolle der kirchlichen Würdenträger …
Für art-tv und oper-aktuell: Kaspar Sannemann, 24. Dezember 2011

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