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Luzerner Theater | A Midsummer Night's Dream

Der Sommernachtstraum von Shakespeare als Oper, mit Musik von 1960. Der musikalische Leiter des Luzerner Theaters Howard Arman erklärt, warum die Musik und die Inszenierung verzaubern.

Kritik:
Musikalisch vermag das Luzerner Ensemble einmal mehr zu begeistern. Die relativ kleine Orchesterbesetzung Brittens kommt den Dimensionen des Hauses entgegen. Das Luzerner Sinfonieorchester unter Howard Arman breitet einen ungemein transparenten Klangteppich aus, die lautmalerischen, zauberhaften Elemente blühen herrlich auf, die karikierenden Einschübe und Referenzen Brittens an Purcell oder die italienische Oper werden von den Musikerinnen und Musikern mit erlesener Akkuratesse ausgestaltet. Ein musikalisches Glanzlicht setzen die Elfen mit ihrem wunderbar einen Gesang: Die grandiose Leistung der Knaben- und Mädchenkantorei Luzern (Einstudierung Eberhard Rex) kann nicht hoch genug gewürdigt werden … weiter auf oper-aktuell
Inhalt
Mitunter geschehen die grössten Wunder über Nacht – und am Tag darauf sieht die Welt anders aus. So ergeht es allen Beteiligten in der Komödie «A Midsummer Night’s Dream» (1595) von William Shakespeare: Vier Liebende, unheilvoll miteinander verstrickt, finden sich nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung über ihre Herzensangelegenheiten abends im Wald wieder – mit all ihren ungelösten Problemen. In einer Beziehungskrise aber steckt auch das Königspaar der Elfen. Eine Zauberblume soll die Welt wieder ins Lot bringen – und tut zunächst das Gegenteil: Im Laufe jener Sommernacht erleben alle Anwesenden durch Sinnestäuschung und Wahnvision die Abgründe des Herzens, die Macht der Gefühle und die Unverlässlichkeit der Zivilisierung. Am nächsten Morgen reibt man sich die Augen: Ein Traum scheint’s nur gewesen zu sein. Und doch hat sich – wie durch ein Wunder – über Nacht alles glücklich gefügt …

Werk
Brittens Oper ist eine Verbeugung vor seinem Landsmann Shakespeare und eine Verbeugung vor der Musikgeschichte und den Komponisten, die sich schon vor ihm mit dem Stoff auseinandergesetzt haben, von Purcell über Weber zu Mendelssohn, mit augenzwinkernden Schlenkern zu Donizetti (die Wahnsinnsszene der Lucia ist in dem Spiel Pyramus und Thisbe, welches die Handwerker am Hof des Herzogs von Athen aufführen, persifliert).
Britten stand für Aldeburgh nur ein relativ kleines Orchester zur Verfügung. Aber es gelang ihm auch mit dieser kleinen Besetzung eine poetisch schillernde, vielschichtige Partitur, beinahe wie ein Gemälde mit Pastellfarben. Die Orchestereffekte überlagern die Singstimmen nicht. So entsteht ein dem Sujet entsprechendes, zauberhaft-erotisches Geflecht. Beeindruckend ist die betont wirklichkeitsfremde musikalische Ausgestaltung der Elfenwelt mit Harfen, Celesta und Cembalo.
Für art-tv und oper-aktuell Kaspar Sannemann, 15. September 2011

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