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Das Tanzfestival Winterthur feiert sein 30-jähriges Jubiläum

Einen Tag kürzer, aber dafür bewusst nachhaltiger und breiter aufgestellt. Sehen Sie im Trailer was die neue Ausgabe zu bieten hat.

Zum dreissigjährigen Bestehen teilen sich neue Audrey Wagner und Nadine Schwarz die Co-Leitung. Sie haben sich viele Gedanken zur Zukunft der Kultur gemacht. Die Klimakrise verschärft sich, davor hatte schon die Pandemie die schwierige Situation von Kulturschaffenden gezeigt. Mit der Jubiläumsausgabe wollen sie mit gutem Beispiel vorangehen: Aus nachhaltigen Gründen reisen alle Künstler:innen mit dem Zug an. Um diese Veränderungen zu realisieren, wurde das Tanzfestival um einen Tag gekürzt.

Der 1988 gegründete Verein tanzinwinterthur hat es sich zur Aufgabe gemacht, Tanz, insbesondere zeitgenössischen Bühnentanz in der Region Winterthur zu fördern, unterstützen und bekannter zu machen. Von der Stadt Winterthur unterstützt organisiert tanzinwinterthur Proberäume für Tanzschaffende, ein Profitraining, Workshops und nicht zu guter letzt das Tanzfestival Winterthur. Tanzinwinterthur hat etwa 100 Mitglieder, aktive Bühnentänzer:innen, Tanzlehrer:innen, Choreograph:innen, sowie viel Tanzbegeisterte und Amateurtänzer:innen.

Programmüberblick

Nebst lokalen Kompanien kommen dieses Jahr wieder internationale Tanzgruppen nach Winterthur. Auftakt bildet Arrangement des britisch-irischen Choreografen Joe Moran, der Gender und Männlichkeit im Tanz unter die Lupe nimmt. Dabei untersucht ein internationaler Cast von sechs männlichen Tänzern durch den Tanz, wer, was und wie wir sein könnten. Tough und kraftvoll – Arrangement hinterfragt das Bild der Männer im Tanz.

Quatuor, das jüngste Werk von Thomas Hauert, dem renommierten Schweizer Choreografen, untersucht die Beziehung zwischen Leben und Erde und erinnert uns an unsere untrennbare Verbindung mit der Natur. Jeder Organismus besitzt die Fähigkeit, sich gegen die Schwerkraft aufzurichten, was keine unbelebte Materie vermag. Die Bewegung gehört somit zum Leben. Doch jede Bewegung spielt sich im Verhältnis zur Schwerkraft ab (zumindest auf der Erde) und beinhaltet zwangsläufig Spannung und Entspannung. Diese Schwankung bildet die Grundlage des neuen Werks, das auf die komplexen Kräfte des Universums aufmerksam macht.

Zum zweiten Mal ist Piergiorgio Milano (Brüssel / Turin) bei uns zu Gast. White Out ist eine Mischung aus Zirkus, Tanz und Bergsteigen und nimmt die Zuschauer:innen mit auf eine ironische und dramatische Reise durch die Bergwelt. Das Stück erzählt von einer kleinen Gemeinschaft, die sich auf eine Initiationsreise begibt und spricht von der menschlichen Natur, indem es die Themen Tod, Trennung, persönlicher Ehrgeiz und Beziehungen innerhalb einer Gruppe aufgreift.

Dis.Order der Frantics Dance Company aus Berlin ist ein Stück für Jugendliche und Erwachsene. Es erforscht die Abgründe einer der häufigsten Veranlagungen unserer Zeit: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Zwischen Einzigartigkeit und Krankheit schwankend, erleben die Betroffenen einerseits die Regulierung der Symptome und andererseits den Kampf um soziale Akzeptanz.

Inspiriert von der historischen Künstler:innengemeinschaft des Monte Verità und mit Bezug auf das aktuelle Weltgeschehen setzt sich die Amerikanerin Annie Hanauer tänzerisch mit verschiedenen Konzepten von Utopien auseinander und fragt sich, ob vielleicht die Bühne der perfekte Ort ist, um anders zu denken oder gar Neues entstehen zu lassen.

Newcomer:innen

In den letzten Jahren hat sich im Raum Winterthur viel getan. Etliche Nachwuchstänzer:innen haben Companies und Kollektive gebildet und beleben die Szene. Zum ersten Mal ermöglicht das Tanzfestival Winterthur einer Choreografin ihr Intro- Kurzstück in eine abendfüllende Produktion weiterzuentwickeln. 2022 wurde hierfür (s)care, ein Intro von Milena Büchi aus dem Jahre 2021, ausgewählt. Die junge Choreografin beschäftigt sich darin mit den Gefühlen der Angst und Fürsorge im Angesicht der sich anbahnenden Klimakrise.

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