26. Arosa Humorfestival | Timo Wopp

Wenn wir nur eine einzige Empfehlung für das 26. Arosa Humorfestival aussprechen dürfen, dann ist das ganz klar Timo Wopp. arttv.ch

Ob Timo Wopp seinem Publikum einen Spiegel vorhält, muss dieses selbst entscheiden. Wenn er es tut, dann wissen am Ende des Abends alle wie moralisch schizophren wir sind. Das ist traurig. Aber lustig ist es auch, und was will man anderes erwarten, von einem der aus der Haus-BESITZER-Szene kommt und aus der Stadt mit dem grössten Passiv-Flughafen der Welt, Berlin.

Zeitgeist oder geistige Verwirrung?
Für die einen ist seine Show ein Manifest absoluter Gedankenlosigkeit, für die anderen eine Offenlegung unfassbarer geistiger Verwirrung, für die meisten aber gibt Timo Wopp der Orientierungslosigkeit in unserer Zeit ein Gesicht – und zwar seines. Denn schonungslos ungefiltert illustriert er, dass niemand uns mehr belügt, als wir selbst. Und für diese These könnte es kein besseres Beispiel geben als Wopp selbst.

In seinen Stand-Ups wird alles Private politisch, und damit angreifbar. Moralische Integrität – so‘n Quatsch!!! Jede Pointe ist ein distanzloses Eingeständnis der eigenen Ressentiments und des persönlichen Scheiterns. Dabei ist Timo Wopp in seiner Verlogenheit so bestechend ehrlich, dass einem beim Zuhören schon mal der eigene moralische Kompass durcheinander gerät. Aber zum Glück weiss Google ja eh immer, wo wir sind. Wer braucht da noch einen Kompass?

«Zu viel Wissen ist auch eine Art von Behinderung»
Timo Wopp

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