Kulturgeschichte
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Schieferstaub, Sägemehl und Leimgeruch durchziehen die Schiefertafelfabrik Elm

Wer wissen will, wie einst das «schwarze Gold» abgebaut und weiterverarbeitet wurden, bekommt das alte Handwerk in Elm eindrücklich präsentiert.

Bis zur Einstellung der Produktion im Jahre 1983 wurden in der Schiefertafelfabrik Elm beispielsweise Schreib- und Jasstafeln hergestellt. Mit den noch funktionstüchtigen und einzigartigen Maschinen wird Besucher:innen in Führungen die Herstellung von Schieferprodukten vorgeführt. Eng verbunden mit der Geschichte des Schieferabbaus im Sernftal ist die Tragödie des verheerenden Bergsturzes von Elm vom 11. September 1881.

1994 gegründet, setzt sich die Stiftung «Landesplattenberg Engi» für den Schutz des früheren Schieferbergwerkes, eines kulturhistorischen Denkmals von nationaler Bedeutung, ein. Die Stiftung Landesplattenberg Engi erarbeitete ein Erschliessungskonzept, worauf Teile des Landesplattenbergs der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten. Die frühere Bergwerksanlage – mit Einbau der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen – sollte möglichst im Original belassen werden können und gegen Zerfall gesichert werden.

Schiefertafelfabrik Elm

Inmitten der heimeligen Holzhäuser in der Sandgasse 13, nahe der Kirche Elm, befindet sich die Schiefertafelfabrik. Nach Einstellung der Schiefertafelproduktion im Jahre 1983 erwarb die «Stiftung pro Elm» die historischen Fabrikgebäude mit dem Ziel, die letzten Zeugen des einst im Sernftal blühenden Schiefergewerbes der Nachwelt zu erhalten. Sämtliche Werkzeuge, die einzigartigen und speziellen Gerätschaften und die mit Transmissionsriemen angetrie­benen Maschinen sind noch vorhanden und vollkommen funktionstüchtig.

Landesplattenberg Engi

Der Landesplattenberg Engi war nicht nur von wirtschaftlicher Bedeutung für Engi, er zog auch immer wieder Geologen und Paläontologen aus der ganzen Welt an. Im Jahre 1565 wurde der Landesplattenberg Engi erstmals urkundlich erwähnt und bildete im 17. Jahrhundert eine bedeutende Einkommensquelle für das Land Glarus und das Dorf Engi. Ab dem 18. Jahrhundert wurden Schiefertafeln und Steintische nachweislich bis nach Holland und England exportiert, manch ein Schieferprodukt fand von dort auch den Weg bis nach Ost- und Westindien, wie es in alten Dokumenten heisst. Auf den 1. Januar 1834 wurde der Handel mit Schiefer unter staatliche Aufsicht gestellt. Seither führt der Plattenberg in Engi den Namen «Landesplattenberg Engi». Er erlebte sehr gute, aber auch schwierige Zeiten. Im Jahr 1961 musste der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden.

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