Kulturgeschichte
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Museum der Kulturen Basel | tierisch! Keine Kultur ohne Tiere

Tiere sind omnipräsent und aus unseren Leben nicht wegzudenken. Die Ausstellung untersucht diese vielfältige, aber auch ambivalente Beziehung

Menschen leben mit Tieren im gleichen Haushalt, Menschen züchten Tiere, um sie zu verzehren, und lachen über Kunststücke von Zirkustieren. Welche Rollen übernehmen Menschen und welche Tiere? Wie gestaltet sich einerseits das Zusammenleben, die Koexistenz, und andererseits das Einander-aus-dem-Weg-Gehen von Tieren und Menschen?

Keine Kultur ohne Tiere

Objekte zeugen vom menschlichen Umgang mit Tieren. In Form von Statuen werden Tiere als Gottheiten verehrt, Joch und Treichel sind Belege für ihre Nutzung, können aber auch grosse Wertschätzung ausdrücken, und das Karussellpferd lädt zu einem spielerischen Ritt im Kreis. Wie materialisiert sich die Mensch-Tier-Beziehung? Welche Dinge prägen diese Verbindung? Dokumentieren sie den Wandel vom Objekt zum Subjekt? Die Ausstellung «tierisch! Keine Kultur ohne Tiere» zeigt verschiedene Aspekte der Mensch-Tier-Beziehung und wie unterschiedlich diese ausfallen kann. Ein Tier zu sein in der menschlichen Gesellschaft, hat wenig zu tun mit Biologie, aber alles mit Kultur. In den letzten Jahrzehnten kam es zu einer grundlegenden Neubewertung der Mensch-Tier-Beziehung. Tiere wurden nicht mehr nur als Objekte menschlichen Handelns betrachtet, sondern als eigenständige Wesen begriffen, die mit eigener tierlicher Handlungsmacht ausgestattet sind: Tiere werden mitunter als aktiv handelnde Subjekte gesehen, die gleichberechtigt mit den Menschen die Welt gestalten.

Zweckgesellschaft

Dass Menschen und Tiere nahe zusammenleben, war nicht immer gegeben. Die Annäherung erfolgte über den langen Prozess der Domestikation. In den letzten Jahrzehnten nahm die Zahl der Haustiere im globalen Norden rasant zu und speist eine Milliarden-Industrie. Da Tiere von Menschen versorgt werden, profitieren sie vom Zusammenleben mit den Menschen, bezahlen dafür aber auch einen Preis: Viele wären auf sich gestellt nicht mehr überlebensfähig. Die Menschen kümmern sich um ihre Tiere und erhalten im Gegenzug Liebe, Zuwendung und Gesellschaft. Aber nicht nur echte Tiere sind im Alltag der Menschen präsent, Menschen umgeben sich mit einer Vielzahl von tierlichen Darstellungen, vom Gebrauchsgegenstand über Spielzeug zu Aufstellfigürchen. Auch in Büchern, Filmen und im Internet sind Tiere omnipräsent, und manch ein Tier wurde zu einem bekannten Star.

Dem Menschen so nah

Menschen und Tiere haben sich über Jahrtausende aneinander gewöhnt. Einst wilde Tiere sind nun physisch, aber mitunter auch emotional abhängig von ihren Menschen. Durch gezieltes Züchten veränderten Menschen Tiere für ihre Zwecke: Gewisse Wesenszüge und äussere Merkmale wurden selektiert. Die emotionale Bindung zwischen Menschen und Tieren kann sehr weit gehen: Haustiere haben einen Namen, leben mit ihren Halter*innen im gleichen Haushalt, haben einen festen Platz in der Familie und in der Tagesroutine und werden nicht gegessen. Sie sind also in das soziale und kulturelle Leben der Menschen eingebunden.

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