Ausgewählte Objekte, Fotografien und einmalige Zeitdokumente vermitteln ein packendes Bild von der Vielfalt, Innovationskraft und weltweiten Vernetzung der Aargauer Industrie. Die Sonderausstellung «Von Menschen und Maschinen» zeigt weiter, wie Firmen im Kanton Aargau den strukturellen Wandel der letzten Jahrzehnte gemeistert haben. Sie verweist auf die aktuellen Herausforderungen und stellt somit zur Diskussion, wie wir arbeiten, produzieren und konsumieren werden.
Museum Aargau | SBB Historic | Von Menschen und Maschinen
Die Aargauer Industrie hat international Geschichte geschrieben, eine Sonderausstellung in Windisch trägt nun Erstaunliches dazu zusammen…
Zwei Lebenswelten: Patrons und Arbeiterfamilien
Gleich zu Beginn der Ausstellung entscheiden sich die Besucher*innen, wessen Lebenswelt sie zuerst betreten möchten. Jene der Arbeiter*innen? Oder jene des Fabrikbarons und dessen Familie? Wer die Welt des Patrons wählt, erhält anhand von Erzählungen lebhafte und zuweilen ungewohnte Einblicke in die grossbürgerliche Lebenswelt: Wie führte der Patron sein Unternehmen zum Erfolg? Welche fernen Länder bereiste er? Und wie war es im Unternehmen um die Rechte der Arbeiterschaft bestellt?
Wer zuerst die Welt der Arbeiter*innen betritt, fühlt sich unmittelbar in deren harten Lebensalltag versetzt: 15-Stunden-Arbeitstage, ungesunde Arbeitsbedingungen, knappe Entlöhnung und beengte Wohnverhältnisse in Kosthäusern auf dem Fabrikgelände. Die Ausstellung zeigt, wie sich die Arbeiterschaft im Aargau organisierte, sich bessere Arbeitsbedingungen erkämpfte und wie die Arbeit von Kindern im Laufe des 19. Jahrhunderts gewisse Einschränkungen erfuhr.
Spiegelsaal der Objekte
In einem spektakulären Spiegelsaal zeigt die Ausstellung über 150 Produkte, die der Aargau im Zuge der Industrialisierung hervorgebracht hat. Ob Skibindung, Würfelzucker oder Knetmaschine: Die vielen Objekte lassen staunen, wie viele bekannte Produkte und Erfindungen aus dem Aargau stammen. Die Ausstellung verweist auch auf das Zeitalter der Massenproduktion: Mit der Industrialisierung ist die Ökonomisierung des Lebens gekommen, dessen oberstes Credo Schnelligkeit und Zeitersparnis ist. Auch der Blick in die Zukunft wird gewagt und regt die Besucher*innen an, sich mit dem Umbruch der Arbeits- und Konsumwelt durch künstliche Intelligenz und Robotic auseinanderzusetzen.