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Kunsthaus Interlaken | Kunst und Medizin

Kunst traf auf Medizin und ein gestandener etablierter Künstler auf junge Berufsleute aus dem Pflegebereich.

Insgesamt 40 angehende Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit haben Werke zu Emotionen realisiert, mit denen sie in ihrem Berufsalltag konfrontiert sind. Realisiert wurden ihre Arbeiten unter Leitung des bekannten Künstlers Franticek Klossner und Urs Schürch vom Bildungszentrum Interlaken. Dies wiederum im Rahmen des Innovationswettbewerbs tête-à-tête, mit dem der Kanton Bern Vermittlungsprojekte zwischen Schulen und Kulturschaffenden ermöglicht und fördert.

Fachwissen reflektiert mit Kunst
Der Künstler Franticek Klossner und der Berufsschullehrer Urs Schürch haben gemeinsam ein Projekt entwickelt, das sich inhaltlich explizit an die Berufsschüler*innen richtet, die sich in der Ausbildung zur Fachfrau oder zum Fachmann Gesundheit befinden. Berufsspezifisches Fachwissen wird dabei anhand künstlerischer Umsetzungen vertieft und um neue Perspektiven erweitert. Theorie und Praxis werden in unkonventioneller Form verknüpft und in sinnlicher Weise neu zu erfahren.
Als Einstieg in das Projekt dienten im Unterricht die vielschichtigen Berührungspunkte zwischen Medizingeschichte und Kunstgeschichte. Ausgehend vom Mittelalter über die Epochen der Renaissance, der Aufklärung, der Reformation, der Industrialisierung und der Digitalisierung in der aktuellen Gegenwart, wurden die Umbrüche des Denkens als Mentalitätsgeschichte von Medizin und Forschung thematisiert.

Starke Emotionen – Freude und Ekel
Bei der Entwicklung individueller künstlerischer Werke widmeten sich die angehenden Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit (FaGe) den Emotionen und den existenziellen Fragen, mit denen sie in ihrem beruflichen Alltag in Berührung kommen. Kultur und Ethik sind zentrale Aspekte ihrer Ausbildung. Die Pflegenden sind konfrontiert mit starken Emotionen wie Angst, Trauer, Mitgefühl, Geduld, Ekel, Scham, Freude, Dankbarkeit, Macht und Ohnmacht. Diese Emotionen wurden von den Lernenden in sehr ehrlicher und direkter Art und Weise künstlerisch umgesetzt. Dabei haben sie sämtliche Ausdrucksformen der aktuellen Kunstgattungen ausgelotet.
Die Ausstellung im Kunsthaus Interlaken umfasste daher ein sehr breites künstlerisches Spektrum: Installationen, Interaktive Kunst, Videos, Malerei, Zeichnungen, Fotografische Werke sowie performative Situationen, vermitteln einen authentischen Einblick in die Themenwelten der Pflegeberufe aus der Sicht der angehenden Berufsleute und in die vielfältigen gestalterischen Ausdrucksformen der jungen Generation.

Ein Vermittlungsprogramm
Das interdisziplinäre Kunst- und Bildungsprojekt wurde anlässlich des kantonalen Innovationswettbewerbs tête-à-tête ausgezeichnet und wird durch die Kulturförderung des Kantons Bern in Kooperation mit der Stanley Thomas Johnson Stiftung getragen. Mit dem Innovationswettbewerb tête-à-tête fördert der Kanton Bern herausragende und partizipative Vermittlungsprojekte aller Kunstsparten, die in enger Partnerschaft zwischen Schulen und Kulturschaffenden entstehen. Durch diese Initiative stärkt der Kanton Bern die kulturelle Bildung an Schulen. Die Projekte ermöglichen den Schüler*innen während längeren Zeiträumen eine aktive Auseinandersetzung mit kulturellen und künstlerischen Inhalten.

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