Kulturgeschichte
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Hotel Klausen-Passhöhe | Buchpräsentation

Das alte Hotel auf dem Klassenpass wird abgebrochen, ein neues steht bereit. Ein ehemaliger «Kellerbursche» erinnert sich.

Sommerferien im Office, Martin Arnold denkt an seine Jugendzeit zwischen 1959 und 1964 im Hotel Klausen-Passhöhe zurück. Interessant, spannend und lehrreich sei sie gewesen, erklärt er. «Für mich war es immer erfüllend, auch Unbeteiligten von meinen Klausenerlebnissen zu erzählen.» Nun haben wir es schriftlich, Erlebtes, Gesehenes, Gefühltes, Lokalhistorisches, Alltags- und Kulturgeschichtliches. Ein wichtiger Teil des Buches sind die Erinnerungen an die Künstlerin Erna Schillig.

Zum Autor
Martin Arnold ist 1946 in Altdorf, Kanton Uri geboren und aufgewachsen. Seine Frau, Marie-Ann Berther stammt ebenfalls aus Altdorf. Das Paar lebt seit 1971 im Raum Zürich. Arnold gründete 1991 eine eigene Firma, die ARNOLD Engineering und Beratung in Opfikon-Glattbrugg. Er verbringt viel Zeit im Kanton Uri, vor allem im Ferienhaus auf den Eggbergen. Beim Wandern ist für ihn das Panorama des Schächentals mit Blick Richtung Klausenpass fast immer gegenwärtig.

Keine Verherrlichung
Martin Arnolds Erinnerungen sind ein Zeitzeugnis, festgehalten für die Nachwelt zum besonderen Zeitpunkt, da das 1903 eröffnete Hotel nach fast 120 Jahren Jahren, wegen seiner zunehmenden Schieflage aufgrund der geologischen Situation, abgerissen werden muss. Im Oktober 2020 war es zum letzten Mal geöffnet. Am 1. Juli 2021 wird das neue Hotel Klausenpass seine Türen öffnen. Rechtzeitig zu diesem Ende und zum Anfang erscheint das Buch «Erinnerungen an das HOTEL KLAUSEN-PASSHÖHE». Am 9. Juli 2021 findet im neuen Hotel die Präsentation des Buches statt. Martin Arnold lässt seine Leser*innen teilhaben an der Geschichte des Klausenpasses, des Schächentals bis zum Urnerboden. Er schildert das Leben, die Landschaft, den Verkehr, die Alpwirtschaft und den Hotelbetrieb. «Und er tut dies mit der gebotenen Sachlichkeit, ohne die Vergangenheit nostalgisch zu verbrämen oder zu idealisieren», schreibt Beat Stutzer im Vorwort. Dank den Erinnerungen des Autors wird der Nimbus des Passüberganges und die Ära des Tourismus spürbar, ebenso wie sein Heimatgefühl. Als Leser*in erfährt man einiges über die damaligen Wirtsleute und deren Mitarbeitenden.

Erna Schillig und August Babberger
Ganz besonders nahe ist Arnold die Familie Schillig, die damalige Besitzerin des Hotels Klausen-Passhöhe. «Bei ihr durfte ich neben dem Arbeiten auch einfach sein, leben, erleben und lernen», schreibt der Autor. Regina Walker-Schillig war seine «erste Chefin». Ihre Schwester, die bekannte Malerin Erna Schillig, Professorin an der Schule für Gestaltung in Luzern, blieb ihm durch besondere Ereignisse in Erinnerung. Sie weckte sein Interesse an Kunst. Zusammen mit Heinrich Danioth und weiteren Urner Künstlern, Literaten und Musikern gehörte Erna Schillig zum «Urner Kreis» rund um den deutschen Maler August Babberger. Ein Treffpunkt war die Balmalp unterhalb des Hotels. Dass Martin Arnold nach Abschluss der Sekundarschule mit den Erfahrungen im Hotel Klausen-Passhöhe nicht ins Gastgewerbe einstieg, war für Regina Walker-Schillig eine Enttäuschung. Dass er seine Erinnerungen nun veröffentlicht, ist für Uri ein Glück und eine grosse Freude.

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