Winterthur stärkt erneut seine freie Kulturszene: Das fünfte Kultur Komitee hat eine Auswahl getroffen, die nicht auf Prestigeprojekte, sondern auf Begegnung, gesellschaftliche Relevanz und Zugänglichkeit zielt. Gefördert werden Initiativen, die Menschen zusammenbringen, neue Räume erschliessen oder bislang wenig beachtete Zielgruppen einbeziehen — von partizipativen Formaten über soziale Themen bis hin zu inklusiven Kulturangeboten. Die ersten Projekte starten bereits ab Mai 2026.
38 Kulturprojekte erhalten Förderung — Winterthur setzt auf Vielfalt und Teilhabe
- Publiziert am 24. März 2026
Das Kultur Komitee Winterthur unterstützt aus 132 Eingaben insgesamt 38 Vorhaben mit rund CHF 390’000.
Im Mai 2026 treffen sich die ausgewählten Kulturschaffenden mit den Komiteemitgliedern zum Austausch — jedes Projekt wird von einer Patin oder einem Paten begleitet. Winterthur versteht Förderung damit nicht nur als finanzielle Unterstützung, sondern als langfristigen Dialog zwischen Institutionen, Szene und Publikum.
Begegnung statt Hochglanz
Die geförderten Vorhaben spiegeln eine Kulturpolitik von unten: Unterstützt werden etwa ein Projekt, das Essen und Erzählungen verbindet, ein Poetry-Slam-Format zur mentalen Gesundheit oder ein Theaterprojekt über häusliche Gewalt. Auch barrierearme Angebote fanden breite Zustimmung — etwa Kulturbegleitungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf oder Veranstaltungen mit Gebärdensprach-Übersetzung. Auffällig ist zudem die Förderung etablierter Initiativen, die sich bereits bewährt haben und weiterentwickelt werden sollen.
Zahlen, die Wirkung zeigen
Von 132 eingereichten Gesuchen erhalten 38 eine Unterstützung zwischen CHF 400 und CHF 31’600. Die Mehrheit — 30 Projekte — bekommt den beantragten Betrag vollständig zugesprochen. Vier Vorhaben werden ausschliesslich durch das Komitee finanziert. Gleichzeitig zeigt sich Kontinuität: 20 Antragsteller:innen wurden bereits in früheren Jahren berücksichtigt, was auf nachhaltige Beziehungen innerhalb der lokalen Kulturlandschaft hindeutet.
Partizipative Kulturförderung als Experiment
Die Entscheidungsfindung folgte einem ungewöhnlich transparenten und gemeinschaftlichen Verfahren. Nach einer digitalen Vorauswahl vergab das Komitee einen Teil des Budgets mithilfe der sogenannten «Method of Equal Shares», während über den Rest in moderierten Gruppen verhandelt wurde. Hinter dem Projekt steht die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG), die damit erprobt, wie Kulturförderung partizipativer und näher an den Bedürfnissen der Szene gestaltet werden kann.