Robert Hunger-Bühler über sein Buch
Wir lernten, dass jegliches seine Bedeutung haben müsse, sinnfällig und brauchbar für unser Leben zu sein hätte. Das Belanglose, Nichtige, Törichte lernten wir nicht. In dieser überlauten Welt wimmelnder Bedeutungsjunkies, die uns bisweilen bis in den Schlaf hinein verfolgt, wünsche ich mir oft, die Sprache möge verstummen, austrocknen, sie möge die Leere einer Musik-Note erlangen, wie Roland Barthes das vom Geplapper der Seelen befreite Haiku beschreibt.
Das Haiku möchte zweimal gesprochen werden, und in der Wiederholung wie ein Echo verklingen und verschwinden. Ein kurzes Ereignis, das in einem Zuge seine richtige Form findet, gleich einer mattleuchtenden Schneeflocke oder einer Taumeltraube, einen Windhauch lang, unfassbar.
Stimmen
«Der grosse Schweizer Schauspieler findet in kurzen Gedichten ein Gegengewicht zu seinem Hauptberuf.»
Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 25.02.2026
«Manchmal beim Spielen, stutze ich, weil ich merke, wer ich bin, und wer ich sein könnte, im Leben.»
Robert Hunger-Bühler