Kunst und Nachhaltigkeit - eine Performance des Künstlers Carlos Fernández (Réunion San José).

Samstagern, Zürich | Plateaux Festival 2019

«Werte schaffen» - Die Beziehung zwischen Kunst und Landschaft und deren Nachhaltigkeit.

Das Plateaux Festival lädt lokale, nationale und internationale Künstler*innen auf einen Landwirtschaftsbetrieb in Samstagern (Zürich) ein, um dort in Vorträgen, Installationen oder Performances Fragen und Lösungen der Nachhaltigkeit zu behandeln.

Beziehung zwischen Kunst und Mensch und Landschaft
Das Feld, auf dem sich Kunst und Nachhaltigkeit treffen, ist grenzenlos. Wo auch immer man meint, man sei zur Antwort gelangt, eröffnen sich neue Fragen. Zwei Vorträge dienen am ersten Festivaltag als Orientierung und bilden eine Grundlage für das gesamte Festival und dessen Thematik. Johanna Bruckner stellt ihre Forschung zu den Arbeitsverhältnissen und Einkommen von Künstler*innen vor, um deren Lebensumstände überhaupt in Dimension setzen zu können. Dahingegen stellt Simon Würsten Marin eine kunsthistorische Perspektive zur Entwicklung der Beziehung zwischen Kunst und Landschaft vor.

Der Name, die Freundschaft, das Brot
In drei künstlerischen Beiträgen stehen verschiedene Ansichten zur Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen im Zentrum; der Name, die Freundschaft sowie das Brot. Die Freunde Leon Roca, Celia Scagnetti, Pino Nessi, Gian Wacker und Fee Egli engagieren sich nicht nur als Musiker, sondern auch im Klimaschutz. Sie planen auf dem Hof Froh Ussicht eine Aktion zu Themen der Permakultur. Søren Berner ist Kurator und Bäcker; mit einer Einführung in die Geschichte und die Kultur des Smørrebrod sowie das Angebot, selbst welches zu essen, stellt er die Wechselbeziehung zwischen Agrarwirtschaft, Kultur und dem Sozialen vor. Zuletzt erforscht San Keller, wie wir mit unterschiedlicher Aussprache eines Namens auch die zwischenmenschliche Beziehung beeinflussen und gestalten können.

Lesung oder Performance?
«Economies» heisst die neue Performance von Johanna Kotlaris, in der sie eine Reihe von Texten dem Publikum vorliest. Die Titel der Texte sind an technischen Begriffen angelehnt, jedoch behandeln sie die persönliche Erfahrung der Künstlerin als solche, als Tochter, als Liebhaberin, als Arbeiterin, als Mensch und wie sie die Beziehungen zwischen diesen Rollen verhandelt. Statt eines linearen Narrativs oder der Anwendung eines spezifischen Schreibstils verwebt Kotlaris Poesie, Prosa, Listen und fiktive Dialoge auf Englisch, Deutsch, Italienisch und Französisch. Einige kleine Aktionen unterbrechen die verschiedenen Lesungen, um das Format der Performance zu hinterfragen: Inwiefern handelt es sich um eine Performance und inwiefern um eine Lesung? Wo liegt der Unterschied und was schuldet Kotlaris dem Publikum?

Carte Blanche für geladene Gäste
Zusätzlich sind Gäste eingeladen, die mit einer Carte Blanche die Thematik des Plateaux Festivals aufgreifen. Sie lassen Unerwartetes über kuratierte Performances, Filmabende, Installationen und Aktionen in das Festival einfliessen. Die Teilnehmer*innen dieses Formats sind Simon Würsten Marin (Kurator), Violeta Burckhardt Razeto (Landschaftsarchitektin), das Bergkrautsyndikat (Kollektiv), das Kunsthaus Aussersihl (Kollektiv), sowie Wagner&Friends/Réunion (Institution).

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