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Palazzo | The artist in the (art) society

Die Kunsthalle Palazzo in Liestal geht neue Wege und untersucht in Zusammenarbeit mit anderen Kunstbetrieben aus dem Osten die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft.

Die Gruppenausstellung mit internationalen TeilnehmerInnen untersucht das Agieren und die sozialen Bindungen des Künstlers in der Gesellschaft und speziell im Kunstbetrieb. Eine Besonderheit ist die Gegenüberstellung von Kunstschaffenden aus Zentral- und Osteuropa mit welchen aus dem westlichen Teil der Welt. Ihr Handeln in einem globalen Kunstbetrieb heute wird mit ihren ehemaligen Ansichten, Erwartungshaltungen oder Träumen konfrontiert. Diese unterscheiden sich nach Herkunft aus einem totalitären bzw. demokratischen System und damit verbundenen verschiedenen Wertevorstellungen.

Von Anfang an wird die Ausstellung von drei Partnerinstitutionen und ihren Direktoren bzw. Kuratoren gemeinsam erarbeitet und bei jeder Station überarbeitet. Die Ausstellung untersucht eine spezielle historische Zeit – die von der Mitte der 1990er bis heute datiert werden kann. Danach wird die nächste Künstlergeneration, die nun studiert, nicht mehr die verschiedene historische Erfahrung von Ost und West machen, womit die Unterschiede wohl ein Ende haben werden. Die Kuratoren betrachten den Künstler bzw. die Künstlerin generell als StellvertreterIn. Was heute deren Angelegenheiten ist, kann womöglich morgen jene von uns allen sein.

Bezogen auf den örtlichen Kontext der drei Partner, werden im Verlauf der Tournee folgende Themen fokussiert:
a) Der Künstler und der Kunstmarkt / Der Künstler und das Geld (Schwerpunkt Palazzo)
b) Die Ausbildung des Künstlers und die Entstehungsphase von Kunst (Schwerpunkt Ústí nad Labem)
c) Alltägliche, soziale Faktoren (Schwerpunkt Dresden)

Fazit:
Künstler aus dem Westen analysieren die Situation vorwiegend in Nachfolge der so genannten Institutionskritik aus den 90er Jahren. Sie haben ein feines Gespür für die Funktionsmechanismen des Betriebssystem Kunst entwickelt. Anders die Künstler aus dem Osten: Einige machen sich über ihre einstigen blauäugigen Hoffnungen lustig, als sie nach dem Fall der Mauer dachten, der westliche Kunstmarkt würde sie mit offenen Armen empfangen. Andere bearbeiten ein im Osten lange verbreitetes romantisch inspiriertes Künstlerklischee, das Künstler zu besonders sensiblen Außenseitern der Gesellschaft manipulierte.

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