© Otto Lehmann, Chinatusche auf Zeichenpapier, 2003, Format ca. 1245x1520mm

o.T. Raum für aktuelle Kunst Luzern | Otto Lehmann & Iris Ganz

Der Zeichner und Maler Otto Lehmann rückt das scheinbar Nebensächliche in den Mittelpunkt des Sehens. Iris Ganz nutzt Kunstformen wie Happening, dokumentarisches Video, Sound, Fotografie, Zeichnung und Skulptur. Ganz und Lehmann präsentieren ihr Schaffen in einer spannenden Doppelausstellung.

Otto Lehmann
Der 1943 in Solothurn geborene und in Adligenswil LU lebende Künstler fasst sein bisheriges künstlerisches Schaffen in zwölf Werkphasen zusammen. Er startet seine künstlerische Tätigkeit als Maler und Zeichner Mitte der 1970er Jahre. Die emotional äusserst aufgeladene Figuration und der physisch-heftige Gestus der Zeichnung mit dem Bleistift führen im Kontext der neoexpressiven, wilden figürlichen Malerei zu nationaler Anerkennung Otto Lehmanns. Neben Bleistiftzeichnungen entstehen Wandtafel-, Pinsel- und Ölpastellkreide-Zeichnungen von grosser Intensität. In seinen Bildern mit abstrakten Raumstrukturen, die sich im Lauf der Zeit immer mehr zur Fläche verdichten, gewinnt der Malprozess ab Mitte der 1980er Jahre zunehmend an Bedeutung. Durch die weitere Reduktion des formalen Spektrums zugunsten von Experimenten mit unterschiedlichsten Techniken entstehen neue Arbeiten, monochrom flächendeckend bezeichnete Blätter und serielle Strichsequenzen. Nach einer Phase mit aggressiven geometrischen Formen, die mit Bleistift auf monochrome Acrylflächen gesetzt sind, wendet sich Otto Lehmann erneut der Malerei zu. Ab 2007 beschäftigen ihn neue Themen. «Motive entdecke ich in unmittelbarer Nähe: beim Blick aus einem Fenster, bei Besuchen, auf Wanderungen und Reisen. Das scheinbar Nebensächliche wird zum zentralen Objekt und in den Mittelpunkt des Sehens gerückt.» Otto Lehmann wurde 1994 mit dem Anerkennungspreis der Stadt Luzern ausgezeichnet und 1992 mit dem Preis für Malerei des Kantons Solothurn.

Iris Ganz
Iris Ganz setzt sich in ihrem künstlerischen Schaffen mit Performance, Video und Zeichnung auseinander und verbindet sie meist in grossangelegten Installationen. Dabei spielt das Performative eine wichtige Rolle. 2014 realisierte die Künstlerin ein multimediales Kunstprojekt mit dem Titel «Der Berg und das Bild». Ausgangspunkt sind die Berge im Urnerland, seine Landschaft und Bevölkerung. Iris Ganz baut ein Schiff, bringt dieses auf einen Berggipfel und setzt es in den dortigen Bergsee. In der konkreten Umsetzung involviert sie Kunstformen wie Happening, dokumentarisches Video, Sound, Fotografie, Zeichnung und Skulptur. «Ich suche Transformationen von der Zeichnung zum Objekt, zur Aktion, zum Bild, zum Film, zur Installation», erklärt Iris Ganz. Es gehe ihr um das Erleben, Empfinden, Teilen von Erfahrung und darum, wie wir Bilder herstellen und lesen. «Gross und divers, von den verschiedensten Blicken und Medien aus möchte ich die Wahrnehmung auf das Geschehen als Bilderproduktion, als Fundus für meine neue Berg-Fiktion richten.» Iris Ganz ist 1974 im Kanton Uri geboren, sie lebt und arbeitet in Basel. Sie besuchte die Fachklasse Grafik an der HGK in Luzern und machte den Master of Fine Arts an der HGK in Basel. Sie ist Mitbegründerin der performativen Band Butch&Baumann.

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