Ausstellungen
Irene Bisang, «Odem» (Ausschnitt), 2021, Acryl und Öl auf Leinwand, 38 × 32 cm

Museum Sankturbanhof | Irene Bisang – Odem

Hintergründige Bildwelten und doppelbödige Erzählstränge

Die Luzerner Künstlerin zeigt in ihrer ersten Einzelausstellung in Sursee Zeichnungen, Aquarelle, Ölgemälde und Collagen. Dabei treffen Irene Bisangs Arbeiten auf die historischen Sammlungsbestände des Hauses. Durch die einzigartige Vernetzung von Vergangenheit und zeitgenössischer Kunst, bietet die Ausstellung überraschende Sichtweisen und Interpretationsmöglichkeiten an.

Irene Bisang (*1981 in Luzern) lebt und arbeitet in Luzern. Nach dem Grundstudium an der Luzerner Hochschule für Gestaltung und Kunst, studierte Irene Bisang Malerei bei Prof. Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), Leipzig. 2007-2009 war Irene Bisang Meisterschülerin bei Prof. Neo Rauch. Ihr Schaffen wurde in verschiedenen Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland präsentiert und mehrfach ausgezeichnet. So erhielt sie 2008 den Ausstellungspreis der Kunstgesellschaft Luzern, 2009 den Kiefer Hablitzel Preis und 2018 den Jurypreis der Zentralschweizer Kantone.

Assoziative Verbindungslinien
Irene Bisang verwebt in ihrem Schaffen hintergründige Bildwelten und doppelbödige Erzählstränge zu einer kaleidoskopischen Schatzkammer. Genreübergreifend untersucht die Künstlerin so unterschiedliche Themen wie Religion, Mythologie, Sexualität, Fruchtbarkeit, Vergänglichkeit und Tod. In der aktuellen Ausstellung «Odem» trifft Irene Bisang auf die Sammlungsbestände des Hauses, historische Objekte reihen sich dabei in die Ideenwelt der Künstlerin ein. Entlang der Ausstellungsräume zieht die Präsentation ein dichtes Netz assoziativer Verbindungslinien. Spielerisch verwebt Bisang Werke der Sammlung mit ihrem Œuvre. Anhand der historischen Sammlung spiegelt sie den Blick der Vergangenheit im Gegenwärtigen, ein Bildkosmos entsteht vom gestern ins heute. Dabei trifft ein bunter Reigen an Figuren auf christliche Symbole, Fantasiewesen bevölkern Stillleben, Bildfindungen vom Werden und Vergehen stossen auf humorvolle Inszenierungen. Odem, ein aus der Dichtung entlehnter Begriff, steht umgangssprachlich für Atem, Hauch oder Seele. In der gleichnamigen Ausstellung liefert Irene Bisang immer wieder neue Deutungsebenen, vom Inneren ins Äussere, von neu zu alt, um sie im nächsten Moment in ihr Gegenteil zurückzuführen.

Text: Museum Sankturbanhof

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