Szene
Die erste Liste Jury 1996 (v.l.n.r.) Peter Bläuer, Basel; Eva Presenhuber, Zürich; Maureen Paley, London; Fim Neuger, Berlin; Emi Fontana, Mailand; Peter Kilchmann, Zürich und Anne de Villepoix, Paris. | © Liste Art Fair Basel

Liste Art Fair Basel | Von den Anfängen bis heute

Eine kleine Geschichte der Liste, der wichtigsten internationalen Messe für ausschliesslich zeitgenössische Kunst

Seit ihrer Gründung 1996 hat sich die Basler Kunstmesse rasant entwickelt. Konsequent zeigt sie ausgewählte, junge und noch wenig bekannte internationale Positionen. Daher lassen sich auf der Liste auch immer neue Tendenzen in der zeitgenössischen Kunstproduktion erforschen. arttv.ch freut sich über die neue Medienpartnerschaft mit der Entdecker- und Fördermesse, die längst eine eigene Tradition in Basel begründet hat.

Von den Anfängen bis heute

Die Galeristin Eva Presenhuber und der Galerist Peter Kilchmann, beide aus Zürich, kontaktieren im Sommer 1995 den Ausstellungsmacher Peter Bläuer aus Basel mit der Idee, eine neue Messe für eine neue junge Generation von internationalen Galerien mit zeitgenössischer junger Kunst in Basel zu gründen. Peter Bläuer, überzeugt von dieser Idee, übernimmt deren Organisation und Leitung. Weitere Unterstützer fand die Idee von Jean-Christoph Amman (MMK, Frankfurt), Jacqueline Burckhardt (Parkett-Verlag, Zürich), Bernhard Mendes Bürgi (Kunstmuseum Basel), Bice Curiger (Kunsthaus, Zürich), Ulrich Look (Kunsthalle Bern), Peter Pakesch (Kunsthalle Basel) und Theodora Vischer (Museum für Gegenwartskunst Basel). Ein breiter Rückhalt, der nur eine der Grundlagen für den anhaltenden Erfolg sein sollte.

Eine neue Generation
Seit dem Ende der 80er-Jahre wuchs eine neue, selbstbewusste Generation von Galerist:innen und Künstler:innen heran, die jedoch wenig Chancen hatten, einen Platz auf der Art Basel zu bekommen. Ebenso verunmöglichten die hohen Kosten der Art Basel vielen dieser Galerien, sich international zu zeigen. Die neue Messe machte es sich zur Aufgabe, junge Galerien vorzustellen, welche am Zeitgeist Anteil haben und wichtige junge Künstler:innen vertreten. Bereits damals sah sich die Liste nicht als Gegenmesse, sondern als Ergänzung zur Art Basel und entschied, ihre Messe jeweils parallel zur Art Basel durchzuführen. Um der Messe ein hohes Niveau an künstlerischer Qualität zu garantieren, wird ein internationales Auswahlkomitee von Galeristen zusammengestellt. Das Komitee wird im Lauf der Zeit durch eine Jury ersetzt, die vorwiegend aus internationalen Kurator:innen besteht und aus Schutzgründen namentlich nicht in Erscheinung tritt.

Sprungbrett Liste
Als Veranstaltungsort wurden im Werkraum Warteck pp, einer ehemaligen Brauerei ideale Räumlichkeiten gefunden, welche eine neue, flexible und individuelle Präsentation von Kunst ermöglichen. Das erste Raumkonzept zur Präsentation der Galerien gestaltete der Wiener Künstler Gerwald Rockenschaub. Waren es 1996 noch 36 Galerien aus 12 Ländern, sind heute bereits 82 Galerien aus über 37 Ländern vertreten. Zwischenzeitlich ist die Liste in die Halle 1.1 auf das Areal der Messe Basel umgezogen, wo nun innerhalb einer aussergewöhnlichen Messearchitektur Kunstwerke von über 100 Künstler:innen, 60 Solo- und 22 Gruppenpräsentationen gezeigt werden. Die Liste wurde in all den Jahren zu einem Sprungbrett in den internationalen Kunstmarkt und zu den etablierten Kunstmessen. Viele der ehemaligen Liste-Aussteller:innen sind inzwischen in die Art Basel aufgenommen worden, ein Zeichen für die hohe Qualität der Messe. Jedes Jahr bewerben sich mehrere Hundert junge Galerien um einen Platz. Die Fachjury wählt daraus die interessantesten jungen Positionen aus.

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