Die Basler und ihre Picassos. Eine Liebesgeschichte.

Kunstmuseum Basel | Kunst. Geld. Museum | 50 Jahre Picasso-Story

Die Basler tun sich zusammen und kaufen Kunst. Damals umstritten, sind die Werke heute der Stolz des Kunstmuseums.

1967 erwarben die Basler zwei Werke Picassos, die lange schon als Leihgabe im Basler Kunstmuseum hingen, nun aber verkauft werden sollten. Das Engagement der Basler für «ihre» Picassos beeindruckte den Künstler so sehr, dass er Basel vier weitere Werke schenkte. 50 Jahre nach ihrer ersten Präsentation erforscht das Museum nun noch einmal die spannende Geschichte seiner Schätze und was die Kunst den Baslern bedeutet.

Heisse Debatte
Das Jubiläum bildet den Anlass für eine erweiterte Sammlungspräsentation, für die die Werke von Pablo Picasso den Ausgangspunkt bilden, die sich jedoch vor allem auch als Blick hinter die Kulissen der Sammlung des Kunstmuseums Basel damals und heute versteht, und die an die wichtigen, nach wie vor aktuellen Fragen der 1967–68 geführten Debatte anknüpfen möchte.

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1967 sollten Picassos «Les deux frères» und «Arlequin assis» auf dem internationalen Markt verkauft werden. Durch eine per Referendum bewilligte Summe von 6 Millionen Franken aus Steuergeldern und weiteren 2 Millionen Franken, die die Bevölkerung in einem Bettlerfest sammelten, konnten die beiden Gemälde für die Öffentliche Kunstsammlung Basel erworben werden. Picasso schenkte Basel daraufhin vier weitere seiner Werke. Die Ausstellung «Kunst. Geld. Museum. 50 Jahre Picasso-Story» wirft einen frischen Blick auf diese Ereignisse und konzentriert sich dabei auf die unterschiedlichen Akteure, in deren Zusammenwirken damals wie heute Identifikationsmomente für die Stadt Basel und ihre Sammlung entstehen: die Bevölkerung, die Künstler, den Direktor, die Kunstkommission und Mäzene.

Damals und heute
Die Auseinandersetzung mit der Frage «Welche Kunst kommt ins Kunstmuseum?», die die Diskussion im Zuge der Picasso-Ankäufe bestimmte, bewegt sich heute noch im selben Spannungsfeld von künstlerischen Kriterien, finanziellen Mitteln und Belangen des Museums, und auch Fragen zum Verhältnis der Bevölkerung zu ihrem Kunstmuseum sind immer noch hoch aktuell. Die Ereignisse der Jahre 1967–68 werden in «Kunst. Geld. Museum» zunächst vergegenwärtigt – beispielsweise durch grossformatige Fotografien von Kurt Wyss, auf Medientischen aufbereitete Archivmaterialen und natürlich auch die Picasso-Werke.

Kampf der Kunst
Weiter werden den historischen Statements aktuelle Stimmen von Besuchern des Kunstmuseums und Künstlern der Stadt gegenübergestellt. Auf Bildschirmen wird zudem ein fiktives Gespräch zwischen dem früheren Direktor Franz Meyer und dem jetzigen Direktor Josef Helfenstein inszeniert. So wird über unterschiedliche Zugänge immer wieder von Neuem die Brücke zu gegenwärtigen Fragestellungen rund um Kunst, Geld und Museum geschlagen. Die Werke Picassos, die 1968 erstmals gemeinsam zu sehen waren und die den Kern dieser Ausstellung bilden, stehen somit im Kontext von Meinungsstreit und museumspolitischen Entscheiden, zeigen sich aber gerade darin in ihrer zeitlosen Präsenz.

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