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Kunst Museum Winterthur | Expressionismus Schweiz

Das eigene Innere zu befragen und subjektive Gefühlswelten auszudrücken, das war das Ziel der Expressionisten.

Mit über 120 Werken von mehr als 40 Künstler*innen präsentiert das Kunst Museum Winterthur eine grosse Überblicksschau zum Expressionismus in der Schweiz. Die Ausstellung mit Kunstwerken aller vier Landesteile ermöglicht es, die bahnbrechende Strömung des 20. Jahrhunderts umfassend zu erleben und bisher wenig beachtete Künstler*innen neu zu entdecken.

Die Ausstellung im Kunst Museum Winterthur zeigt auf zwei Geschossen über 120 Werke aus den verschiedenen Kunstregionen. Neben bedeutenden Ölgemälden und Plastiken werden auch zahlreiche Zeichnungen und Druckgrafiken zu sehen sein. Im Anschluss wird die Ausstellung in abgeänderter Form in der Kunsthalle Vogelmann der Städtischen Museen Heilbronn zu sehen sein.

Frisch, wild und radikal

Der Expressionismus gehört zu den wichtigsten und einflussreichsten Kunstströmungen der Schweiz im 20. Jahrhundert. Wie in Deutschland und Frankreich, wo mit Expressionismus, Fau­vismus, Kubismus und Futurismus neue Experimente gewagt wurden, griffen auch Schweizer Künstler*innen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu der neuen Formensprache, die von einer zuweilen ungehemmten Farbigkeit geprägt war. Nicht mehr das Abbild der realen Welt, sondern das eigene Innere zu befragen und subjektive Gefühlswelten auszudrücken, war ihr Ziel. Angesichts der historischen Umwälzungen des Ersten Weltkriegs, des Landesstreiks und der russischen Revolution schienen die althergebrachten bürgerlichen Normen versagt zu haben – eine frische, wilde und radikale Kunst war hierauf die Antwort.

Basel, Zürich und Davos

In Künstlergruppen vereint und gleichzeitig stets als Individuen agierend, experimentierten die Künstler*innen mit leuchtenden Farben und expressiven Formen. Nebst sozialkritischen Inhalten und der Identi­tätssuche im Selbstporträt setzten sie sich auch mit zeitlosen Themen wie dem Stillleben und der heimatlichen Landschaft auseinander. Zürich zog als pulsierende Grossstadt junge Kunstschaffende an, und Basel wurde in den 1920er-Jahren mit der Gruppe «Rot-Blau» zu einem späten, aber wichtigen Zentrum des Expressionis­mus. Hier war insbesondere das Werk von Ernst Ludwig Kirchner vorbildhaft, der sich 1918 in Davos niedergelassen hatte und dort sein Schaffen unter dem Eindruck der Schweizer Bergwelt neu ausrichtete.

Neue Positionen

Prominent vertreten sind die bisher wenig beachteten Regionen der Romandie und des Tessins. Die Westschweiz, traditionell nach Frankreich bzw. Paris orientiert, blieb in der Rezeption des Fauvismus zurückhaltend, hatte aber mit Hans Berger und Alice Bailly zwei gewichtige Vertre­ter der expressiven Avantgarde. Das Tessin wiederum wurde zu einem Rückzugsort nicht nur für einheimische Kunstschaffende, die dort der bürgerlichen Enge zu entfliehen suchten, son­dern auch für internationale Künstler*innen. Zu ihnen gehörten unter anderen Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin sowie die Mitglieder der wenig bekannten Künstlergruppe «Orsa Maggiore».

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