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Kloster Königsfelden, Museum Aargau | Agnes von Ungarn

Top-Managerin, Diplomatin und grosse Stifterin. In unserer Zeit würde Agnes wohl Schweizerin des Jahres.

«Königin Agnes von Ungarn – eine Habsburgerin zwischen Kloster und Eidgenossen» bietet Einblick ins Leben einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des Mittelalters. Sie hat Königsfelden gross und mächtig gemacht. Ihr sind die farbigen Kirchenfenster zu verdanken, die europaweit zu den Höhepunkten spätmittelalterlicher Glasmalerei gehören.

Elemente ihres Lebens
Sieben Stationen in Form von grossen architektonischen Elementen mit unterschiedlichen Szenerien erzählen Geschichten von Königin Agnes, ihrer Kindheit, den Jahren in Ungarn, ihrem Wirken als Stifterin, vom Klosterschatz bis hin zum wirtschaftlichen und politischen Agieren der beeindruckenden Persönlichkeit. Zu sehen sind auch originale Urkunden aus dem Staatsarchiv des Kantons Aargau, ein mittelalterliches Gebetsbuch aus Sarnen und als Krönung, der Chormantel aus dem Kloster Engelberg.

Von der Grafentochter zur klugen mittelalterlichen Diplomatin
Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt, aber ein Franziskanerbruder des Klosters Königsfelden hielt fest, dass Agnes am 11. Juni 1364 im 84. Lebensjahr verstarb; ein stattliches Alter für die damalige Zeit. Diese Lebenszeit hat die Habsburgerin gut genutzt und viele Spuren bis in die heutige Zeit hinterlassen. Ihr Grossvater war König Rudolf I., der erste Habsburger auf dem Thron des Heiligen Römischen Reiches. Rudolfs Sohn Albrecht, der Vater von Agnes, wurde 1282 alleiniger Regent im Herzogtum Österreich und bezog kurz nach Agnes‘ Geburt die herrschaftliche Burg in Wien. Schon als Kind habe sie reges Interesse an geistlichen Dingen gezeigt, gern Predigten und auch sonst „von Gott reden“ gehört. Tänzen und Turnieren des Hofes sei sie eher entflohen – so die Königsfelder Chronik. Sicher ist, dass die Habsburger ihren Kindern eine breite und vielfältige Bildung ermöglichten, auch für Mädchen, was im 13. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit war.

Zwei Schicksalsschläge und ihre Folgen
1297 wurde Agnes mit Andreas III. von Ungarn verheiratet. Doch schon 1301 starb er. Agnes kehrte an den österreichischen Hof zurück, da ihre Stellung als kinderlose Witwe schwach war. Mit sich führte sie einen beträchtlichen Schatz mit Kleinodien und barem Geld. 1308 wurde ihr Vater, Albrecht I. von Habsburg, inzwischen römisch-deutscher König, bei Windisch ermordet. Agnes’ Mutter, Königin Elisabeth, gründete an der Stelle des Mordes das Doppelkloster Königsfelden als Memorialort für die Habsburger. Obwohl Agnes als wohlhabende Witwe gute Heiratschancen gehabt hätte, entschied sie sich dagegen. Nach dem Tod der Mutter 1313 übernahm sie die Sorge um das neu gegründete Kloster und etablierte es als habsburgisches Machtzentrum. Die Art und Weise, wie Königin Agnes den Ausbau der Stiftung vorantrieb und als Vertreterin der Habsburger in den Vorlanden auch politisch agierte, ist eindrücklich. Sie verfolgte ihre Ziele konsequent und mischte sich in die innere Organisation des Doppelklosters ein, obwohl sie nie in den Orden eintrat. Am Ende ihres Lebens war Königsfelden eines der reichsten Klöster im habsburgischen Einflussgebiet.

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