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Helmhaus | Wenn die Nacht ...

Eine Ausstellung wie diese hat es in Zürich schon lange nicht mehr gegeben. Sie wandelt auf verborgenen Pfaden durch die vielfältigen Zürcher Kunstszenen.

Die Ausstellung «Wenn die Nacht am dunkelsten ist, kommt der Tag» im Helmhaus Zürich lädt ein zu einer Entdeckungsreise: Noch nicht oder nicht mehr bekannt sind die Arbeiten der 13 ausgestellten künstlerischen Positionen. Eine abenteuerliche, überraschungsreiche Präsentation, die den berechenbaren Zuordnungen des Zürcher Kunstsystems Impulse geben wird.

Ganz junge Künstlerinnen und Künstler, die noch in der Ausbildung sind, treffen auf ältere Künstlerinnen und Künstler, die vom Radar der Aufmerksamkeit verschwunden sind. Dazwischen bewegen sich Künstlerinnen und Künstler aus der mittleren Generation, die (teilweise) zwar bekannt sind, von denen allerdings kaum bekannte Werkgruppen gezeigt werden. Alles in allem: ein sorgfältig ausgewähltes Bouquet voll wundersamer Blüten.

Der eigenartige Titel der Ausstellung steht für die Arbeitsweise der Künstlerinnen und Künstler, die ihre Werke langsam, im Stillen entwickeln, die Entbehrungen auf sich nehmen, die einen langen Atem brauchen, bis die Werke schliesslich im Licht einer Ausstellungssituation exponiert werden.

Die spannende Entstehungsgeschichte der Ausstellung verdankt sich ursprünglich einer künstlerischen Initiative. Vor drei Jahren wandte sich eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern an die Abteilung Kultur im Präsidialdepartement der Stadt Zürich. Ihr Anliegen war, einen in den 1980er- und 90er-Jahren durchgeführten Dreischritt von «Weihnachtsausstellungen», die sich hier «Kunstszene Zürich» nannten, wieder aufzunehmen

Dass es sich lohnt, in Zürichs vielfältigen Kunstszenen auf Entdeckungsreise zu gehen, zeigt nun die bewusst subjektive Auswahl der beiden Kuratoren Michael Hiltbrunner und Simon Maurer.

Die Beteiligten stammen aus verschiedenen Kunstszenen und arbeiten in verschiedenen Medien: Skulptur, Installation, Objekt, Tapisserie, Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Video, Audio, Text, Performance. Die Auseinandersetzung mit herkömmlichen Materialien und Techniken spielt eine zentrale Rolle. Vertieft in ihre künstlerischen Fragestellungen, haben sich die Teilnehmenden dieser Ausstellung ganz auf ihre Arbeit konzentriert, haben sich beharrlich langwierigen Prozessen hingegeben, haben Wiederholungen und Variationen nicht gescheut, sondern sie konsequent in eigenen Zeichen- und Ordnungssystemen entwickelt und weiterverfolgt. Aus der persönlichen Intimität des Ateliers treten die Arbeiten jetzt ins Licht der Öffentlichkeit und provozieren im Publikum eine Neugier, verborgene Zeichen und Ordnungen individuell zu deuten. So ist diese Ausstellung – in ihrer Entstehungsgeschichte, ihrer Materialisierung und der Rezeption, die nun ansteht – nichts weniger als ein Abenteuer.

Begleitet wird die Ausstellung von einem Veranstaltungsprogramm: Drei Abendveranstaltungen kombinieren jeweils die Präsentation einer neuen Publikation und eine musikalische Erstaufführung – vor dem Hintergrund der Ausstellung.
Ein neues, in der Edition Patrick Frey erscheinendes Buch des Zürcher Künstlers A.C. Kupper trifft auf die Noise-Performance «Sudden Infant» von Joke Lanz.
Neue Fanzines, die vom «Machoverlag» der jungen Künstlerin Francisca Silva herausgegeben werden, begegnen Performances von Michael Blättler und Marc Matter vom Institut für Feinmotorik, gefolgt von einem Konzert der Welttraumforscher, die damit ihr 30-jähriges Bestehen feiern.
Prominenz aus Grafik, Fotografie, Musik und Theorie kommt schliesslich am letzten Veranstaltungsabend zusammen: Shirana Shahbazi, Manuel Krebs und Tirdad Zolghadr lancieren im Helmhaus Zürich in Nachfolge des Magazins «Shahrzad», das in der Ausstellung gezeigt wird, unter dem Titel «Medium» eine neue Heftreihe. Den Abschluss macht dann OY, experimentell verspielte Popmusik von Joy Frempong.

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