Ausstellungen
Theo Triantafyllidis, Pastoral (Video Game), 2019 , screenshot. Courtesy the Artist and The Breeder Gallery, Athens

Haus der Elektronischen Künste | Radical Gaming

Künstler*innen präsentieren partizipative Werke rund um das Medium Videospiel

Die internationale Gruppenausstellung «Radical Gaming» präsentiert eine Auswahl von Künstler*innen, die sich mit den Strukturen, Technologien und Ästhetiken einer globalen Spieleindustrie beschäftigen. Die ausgestellten Arbeiten sind geprägt durch einen besonders unkonventionellen Umgang mit den Möglichkeiten der Immersion und Interaktion, die für Videospiele charakteristisch sind und deren gängige Narrative und Stereotypen sie subversiv untergraben.

Die Publikation Radical Gaming dokumentiert sorgfältig die Herangehensweise der einzelnen Werke. Die einleitende Perspektive von Boris Magrini sowie die medienwissenschaftlichen und historisch ausgerichteten Essays ermöglichen einen informativen Einblick in die Gaming-Welt. Mit Beiträgen von Elisa Mekler, Stephan Schwingeler, René Bauer & Beat Suter und einer Einleitung von Boris Magrini.

Radical Gaming | HEK (Haus der elektronische Künste Basel) | Sabine Himmelsbach, Boris Magrini (Hg.) | 192 Seiten | Christoph Merian Verlag | ISBN 978-3-85616-958-9

Identitätskonstruktionen, Genderfragen und gesellschaftlichen Wandel

Diese neue Generation von Künstler*innen nutzt moderne Technologien der Spieleprogrammierung, um Virtual- und Augmented-Reality-Erfahrungen, immersive Umgebungen, interaktive Geschichten und Multimedia-Installationen zu erschaffen. In der Aneignung des Mediums für ihre künstlerische Praxis kreieren die Künstler*innen alternative Perspektiven auf Identitätskonstruktionen, Genderfragen und gesellschaftlichen Wandel. Ihre Weigerung, der auf Kommerz und Freizeit ausgerichteten Logik von Videospielen zu folgen, schafft die Voraussetzung für ihre progressiven, kompromisslosen und zum Nachdenken anregenden Arbeiten

Mehr als Eskapismus

Obwohl alle an der Ausstellung «Radical Gaming» beteiligten internationalen Künstler*innen eine gemeinsame Basis in der heutigen globalen digitalen Kultur haben, repräsentieren sie doch eine bemerkenswerte Vielfalt an kulturellen Hintergründen. Nach wie vor halten viele Menschen Gaming für eine rein auf Erholung und Eskapismus ausgerichtete Aktivität. Die Ausstellung ist jedoch ein Beleg für die Existenz einer Gaming-Produktion, die dieses Vorurteil entkräftet, da die vertretenen Künstler*innen sowohl herkömmlichen Narrativen als auch althergebrachten ästhetischen Formen entgegenwirken, indem sie dazu einladen, sich in ungewöhnliche, provokante und dabei stets fesselnde Erfahrungen zu vertiefen. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog, der die gezeigten Werke dokumentiert und aktuelle wissenschaftliche Beiträge enthält. Darüber hinaus ist ein umfangreiches Programm an Veranstaltungen und Bildungsangeboten geplant.

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