Mit einer Ausstellung von Gerry Hofstetter und einem zeitlich begrenzten kulinarischen Gastspiel wird das Lunar New Year im Mandarin Oriental Savoy, Zurich erstmals öffentlich verhandelt. Dass das Zürcher Luxushotel dieses Fest aufgreift, ist kein Zufall. Das Mandarin Oriental Savoy trägt ein doppeltes asiatisches Erbe in sich: Die Wurzeln der Hotelgruppe liegen nämlich in Hongkong und Bangkok.
Gerry Hofstetter erleuchtet Zürich zum Lunar New Year
- Publiziert am 3. Februar 2026
Das Mandarin Oriental Savoy bringt das asiatische Neujahrsfest erstmals als kulturelles und kulinarisches Festival nach Zürich.
Was genau ist das Lunar New Year
Das Lunar New Year ist das Neujahrsfest, das sich nach dem Mondkalender richtet und in vielen asiatischen Kulturen gefeiert wird, unter anderem in China, Korea, Vietnam und Singapur. Es fällt auf den Neumond zwischen Ende Januar und Mitte Februar und markiert den Beginn eines neuen Jahreszyklus. Im Zentrum stehen Traditionen rund um Neuanfang, Glück und das Zusammenkommen von Familie und Gemeinschaft. Häuser werden gereinigt, Rituale vollzogen und symbolische Speisen serviert, um Wohlstand, Gesundheit und Harmonie für das kommende Jahr zu sichern.
Jedes Jahr ist einem Tier des chinesischen Tierkreises zugeordnet. 2026 steht im Zeichen des Pferdes, genauer des Feuerpferdes, das für Dynamik, Mut, Aufbruchskraft und Energie steht. Die Symbolik des Tierkreiszeichens prägt dabei nicht nur traditionelle Rituale, sondern auch die kulturelle Deutung des neuen Jahres in Kunst, Literatur und Festivitäten.
Zur Person: Gerry Hofstetter
Gerry Hofstetter (*1966 in Zofingen) ist ein Schweizer Lichtkünstler, der seit den 1990er-Jahren international tätig ist. Bekannt wurde er durch temporäre Lichtinstallationen an Natur- und Kulturdenkmälern, darunter das Matterhorn, die Pyramiden von Gizeh, historische Paläste in Indien sowie Eislandschaften in der Arktis und Antarktis. Hofstetters Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst, Umwelt und öffentlichem Raum und sind stets zeitlich begrenzt. 2025 realisierte er als erster Künstler eine Lichtkunstprojektion an der Chinesischen Mauer.

Lichtkunst als Ausgangspunkt
Im Zentrum des Programms steht die Ausstellung von Gerry Hofstetter, die ab Ende Februar im gesamten Haus zu sehen ist. Gezeigt werden erstmals öffentlich Fotografien seiner Lichtkunstprojektion an der Chinesischen Mauer, realisiert im Oktober 2025. Das Projekt entstand im Rahmen des Jubiläums 75 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen der Schweiz und China und markiert einen besonderen Moment in Hofstetters Werk: Er war der erste Künstler, der dieses über 2’200 Jahre alte Bauwerk mit Licht inszenierte. Ergänzt werden die Arbeiten durch Motive vom Temple of Heaven in Peking sowie durch Werke, die sich thematisch dem Lunar New Year widmen, darunter erstmals mehrere Darstellungen chinesischer Tierkreiszeichen – passend dazu auch das Pferd als Symbol des Jahres 2026. Weitere internationale Projekte, von beleuchteten Eislandschaften bis zu ikonischen Bauwerken, ordnen die China-Arbeiten in einen globalen Kontext ein.
Kulinarik als temporäre Intervention
Parallel zur Ausstellung setzt das Mandarin Oriental Savoy, Zurich auf ein zeitlich begrenztes kulinarisches Format. Ab Mitte Februar wird das Lunar New Year zunächst mit einem eigens entwickelten Cocktail in der Savoy Brasserie & Bar aufgegriffen. Ende Februar folgt ein mehrtägiges Pop-up mit Chef Park Xing aus dem Mandarin Oriental Pudong, Shanghai. Der Koch ist auf traditionelle Festtagsküche zum Lunar New Year spezialisiert und verbindet klassische Gerichte mit zeitgenössischen Fine-Dining-Techniken. Das Angebot ist bewusst auf wenige Tage beschränkt und versteht sich weniger als dauerhafte Erweiterung der Karte denn als punktuelle Annäherung an eine festlich geprägte Esskultur.
Das Hotel als öffentlicher Raum
Auffällig ist die Art der Präsentation: Die Werke von Hofstetter sind nicht in einem separaten Ausstellungsraum konzentriert, sondern im gesamten Gebäude verteilt – von den Schaufenstern zur Poststrasse über Lifte und Lounge bis zur Brasserie. Dadurch verschränkt sich Kunst mit dem Alltag des Hotelbetriebs und wird auch für ein Publikum sichtbar, das nicht gezielt eine Ausstellung besucht. Das Lunar New Year dient hier als thematischer Rahmen, um kulturelle Rituale, Symbolik und zeitgenössische Kunst in einem urbanen Kontext zusammenzuführen. Das Zürcher Luxushotel wird so für einige Wochen selbst zum Schauplatz kultureller Auseinandersetzung.


