Mit «Énergies fossiles» verwandelt ein internationales Künstler:innen-Kollektiv unter der Leitung von Pauline Marx das Rehmann-Museum in Laufenburg in eine unterirdische Traumlandschaft. Fossilien, Mineralien und Erde werden hier nicht als wissenschaftliche Objekte gezeigt, sondern als Träger von Energie, Erinnerung und Zeit — ein multisensorisches Erlebnis, das den Blick auf Natur und Ressourcen radikal erweitert.
«Énergies fossiles»: Kunst zwischen Geologie und Erinnerung im Rehmann-Museum Laufenburg
Eine Ausstellung, die Millionen Jahre Erdgeschichte sinnlich erfahrbar macht — zwischen Fossilien, Klang und urzeitlichen Düften.
Wenn Steine zu sprechen beginnen
Die Ausstellung verlässt bewusst den klassischen Museumsmodus. Statt Informationstafeln und Vitrinen erwartet die Besucher:innen eine immersive Umgebung aus Licht, Klang, Duft und Textilien. Fossilien, Kupfer, Tonerde und Pflanzen aus dem Jurapark Aargau bilden das materielle Fundament dieses Projekts — rohe Substanzen, die Millionen Jahre Erdgeschichte in sich tragen. So entsteht eine chthonische, also unterirdisch anmutende Sphäre, in der Zeit nicht linear erzählt, sondern körperlich erfahrbar wird. Man hört die mineralische Vergangenheit, riecht urzeitliche Pflanzen, spürt die Präsenz des Gesteins. Die Ausstellung schlägt damit eine Brücke zwischen Kunst, Wissenschaft und alchemistischem Denken — zwischen rationaler Erkenntnis und archaischer Erfahrung. Gestein erscheint hier nicht als totes Material, sondern als Speicher von Leben, Bewegung und Transformation.
Eine Reise in die Tiefen der Erde — und des Bewusstseins
Initiiert wurde das Projekt von der Künstlerin und Musikerin Pauline Marx, die gemeinsam mit einem internationalen Team eine interdisziplinäre Installation entwickelte. Keramik, Duftkunst, Klangforschung, Performance und Textilarbeit verschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk, das bewusst Grenzen zwischen Kunstformen und Wissenssystemen auflöst. Die Ausstellung fragt damit auch nach unserem heutigen Verhältnis zu fossilen Ressourcen. Was bedeutet «fossil» in einer Zeit ökologischer Krisen? Welche Geschichten stecken in den Stoffen, auf denen unsere Zivilisation basiert? «Énergies fossiles» antwortet nicht mit moralischem Zeigefinger, sondern mit Erfahrung: Wer sich darauf einlässt, begegnet einer planetaren Zeitdimension, die das menschliche Leben relativiert — und zugleich neu verortet. Das Rehmann-Museum wird so zum Resonanzraum für eine elementare Erkenntnis: Unsere Gegenwart ist untrennbar mit der tiefen Vergangenheit der Erde verbunden.

