Fünf Ausstellungen, zwei Doppelformate und mehrere Luzerner Bezüge: Das Programm 2026 im KUNSTRAUMhochdorf ist eine konzentrierte Einladung, Malerei neu zu sehen – als Denkraum, als optisches Ereignis, als Installation und als Dialog zwischen Generationen. Ausstellungen, die zeigen: Hochdorf ist längst mehr ist als ein Nebenschauplatz – sondern ein eigenständiger Resonanzraum der Zentralschweizer Kunstszene.
Der KUNSTRAUMhochdorf widmet sein Jahresprogramm 2026 fast vollständig der Malerei
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KARAWANE – Zwischen Atelier und Ausstellung
Den Auftakt macht die Doppelausstellung KARAWANE (22. März – 26. April 2026) von Henri Spaeti und Stephan Wittmer. Die raumbezogene Installation kreist um Reisen, Wahrnehmung und Vermittlung – und um die Frage, wie Kunst gezeigt wird. Beide Künstler bewegen sich seit Jahrzehnten zwischen eigener Praxis und kuratorischer Tätigkeit. Spaeti, geprägt von Wien, Paris und einem Aufenthalt am PS1 in New York, entwickelte eine konzeptuelle, lichte Malerei von intellektueller Klarheit und emotionaler Feinheit. Wittmer, Mitbegründer der Kunsthalle Luzern und langjähriger Vermittler an der Hochschule Luzern, verbindet fotografische Installationen mit experimenteller Ausstellungspraxis. KARAWANE bringt dieses Spannungsfeld auf die Bühne: Kunst machen – und Kunst zeigen.
Erinnerung, Herkunft, Echoraum
Mit der Einzelausstellung von Cosimo Gritsch (10. Mai – 7. Juni 2026) rückt eine Malerei ins Zentrum, die sich ihrer eigenen Geschichte bewusst ist. Originalität entsteht hier nicht als Geste, sondern im Widerhall der Kunstgeschichte – und im familiären Erbe. Gritsch’ Bilder bewegen sich im Echoraum der Malerei und reflektieren zugleich deren Tradition. Auch Florian Gasser (21. Juni – 19. Juli 2026) arbeitet aus der Erinnerung. Seine Ausstellung LEINWAND zeigt stille, meditative Gemälde, Schicht um Schicht aufgebaut. Ohne Vorlage entstehen Landschafts- und Wasserbilder, die weniger Orte als Zustände sind – verdichtete Wahrnehmung in Farbe.
DAVIX – Geometrie in flirrender Bewegung
Vom 23. August bis 26. Oktober 2026 übernimmt DAVIX den Raum. Seine abstrakten Malereien oszillieren zwischen klarer Geometrie und freiem Gestus. Dreiecke kippen, Quadrate verzerren sich, Neonorange trifft auf Olivgrün. Was geordnet scheint, gerät ins Flimmern. DAVIX’ Bilder destabilisieren den Blick – und behaupten zugleich ihre eigene, vibrierende Logik.
GLAS – Transparenz als künstlerische Haltung
Den Abschluss bildet jedoch nicht die Malerei, sonder die Doppelausstellung GLAS (19. Oktober – 9. November 2026) mit Janine Schranz und Daniela Zeilinger. Beide Künstlerinnen arbeiten mit Glas – jedoch auf unterschiedliche Weise. Schranz, in der Innerschweiz aufgewachsen und heute in Wien tätig, untersucht Transparenz und Raum in fotografischen und installativen Arbeiten. Zeilinger nutzt Glas als Lichtbrecher in fotografisch-malerischen Kompositionen. Gemeinsam entwickeln sie seit Jahren raumbezogene Projekte; 2024 waren sie an der ZENTRAL24 im Kunstmuseum Luzern vertreten. In Hochdorf wird Glas zum Medium zwischen Materialität und Licht – zwischen Sichtbarkeit und Auflösung.
