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COALmine | U. Kimmig - S. Burger

Emanzipierte Iranerinnen, Drogensüchtige und irrwitzige, fotografische „Gebrauchsanweisungen“: Die COALmine Fotogalerie zeigt eine Doppelausstellung mit Ulla Kimmig und Stafan Burger.

ULLA KIMMIG
Der Fotografin Ulla Kimmig ist es gelungen, die Spuren des Wandels im Alltag der jungen Generation zu dokumentieren. Mit grosser Empathie porträtierte sie Iranerinnen, die sich selbstbewusst vom klassischen Rollenmuster emanzipiert haben. Ihre Bilder zeigen den Protest gegen die kulturellen und moralischen Restriktionen des Staates. Die wirtschaftliche Realität in Iran bietet wenig Perspektiven. Nicht zuletzt deshalb ist die Drogenstatistik alarmierend: Schätzungsweise 2 Millionen Iraner konsumieren regelmässig Drogen. Ulla Kimmig dokumentierte, was anderen westlichen Fotografen verborgen blieb: An der Grenze zu Pakistan fotografierte sie Militärposten zur Überwachung des Drogenschmuggels. Sie porträtierte Drogensüchtige und fotografierte inhaftierte Frauen im Staatsgefängnis von Kerman.

STEFAN BURGER
Mit der Ausstellung von Stefan Burger verfolgt die CoalMine in Winterthur eine Weiterführung der Diskussion zur zeitgenössischen Fotografie wie sie vor zwei Jahren mit dem kuratorischen Wechsel ihren Anfang nahm. Um nur ein paar Beispiele in Erinnerung zu rufen: Der deutsche Künstler Sven Johne rückte mystische Infrarot-Nachtaufnahmen neben Textfragmenten zur Rückkehr der Wölfe in Wald und Dorf in den Fokus. Fabian Martis Bilder mimten den Anspruch nach Ewigkeit, lehnten sich zwar an das Medium der Fotografie an, entsprangen aber vielmehr einem mechanischen als einem chemischen Prozess (gescannte, zerkratzte Negative). Die Niederländerin Peggy Franck setzte die Fotografie in ein installatives Umfeld ein und hinterfragte u.a. die künstlerische wie auch bildnerische Identität. Den Abschluss für das Ausstellungsjahr 2008 gestaltet der in Deutschland geborene und in Zürich ausgebildete Fotograf Stefan Burger mit seinen teils irrwitzigen fotografischen „Gebrauchsanweisungen“, wie er seine Werke oft selber nennt.

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