Zeitgenössische Kunst, die nicht erklärt, sondern verunsichert, die nicht belehrt, sondern entlarvt, ist selten bequem – aber umso wirksamer. Die in Basel lebende Künstlerin Cassidy Toner arbeitet in diesem Spannungsfeld. Für ihren ironisch-kritischen Blick auf den Kunstbetrieb und seine stillschweigenden Regeln erhält sie den Prix Mobilière 2026, den ältesten Kunstförderpreis einer privaten Schweizer Versicherung.
Cassidy Toner gewinnt den Prix Mobilière 2026 – Humor als künstlerische Strategie
- Publiziert am 3. Februar 2026
Mit scharfem Witz und präziser Selbstironie legt Cassidy Toner die Mechanismen des Kunstbetriebs offen – und erhält den Prix Mobilière 2026
Kunst, die Gewissheiten ins Wanken bringt
Cassidy Toners Arbeiten operieren mit Humor, Überraschung und gezielter Irritation. Sie hinterfragt Wertvorstellungen, Erwartungshaltungen und die vermeintliche Logik der Kunstwelt – oft selbstironisch, manchmal schlitzohrig, stets präzise. Ihre Kunst entwaffnet nicht durch Lautstärke, sondern durch Intelligenz. Nominiert wurde sie vom Zürcher Künstler Pedro Wirz, der Toners Werk als Kunst beschreibt, die «am Firnis unserer Gewissheiten kratzt» und gerade dadurch fesselt.
30 Jahre Prix Mobilière – und ein neues Thema
Die Auszeichnung 2026 fällt in ein besonderes Jahr: Zum 30. Mal wird der Prix Mobilière vergeben, parallel zum 200-Jahre-Jubiläum der Die Mobiliar. Erstmals wird der Preis inhaltlich um das Thema Vorsorge erweitert – ein Feld, das für Kunstschaffende mit strukturellen Unsicherheiten verbunden ist. Gemeinsam mit Visarte organisiert die Mobiliar einen Workshop, der diese Herausforderungen konkret adressiert.

Kunst als Spiegel und Katalysator
Mit den sieben nominierten Künstler:innen rückt der Prix Mobilière Positionen in den Fokus, die Koexistenz, gesellschaftliche Verantwortung und das Zusammenleben verhandeln. Für Marta Kwiatkowski, Leiterin Gesellschaftsengagement der Mobiliar, ist klar: Zeitgenössische Kunst ist Spiegel der Realität – und zugleich Motor für sozialen Wandel.

