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Beaux-Arts Lausanne | Hautnah. Wien, Klimt, Schiele, Kokoschka

Wiener Moderne als Ausstellungsauftakt im imposanten Lausanner Museumsneubau.

Die neue Ausstellung im Musée cantonal des Beaux-Arts Lausanne zeigt ca. 100 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen sowie etwa 50 Möbel und rund 30 kunsthandwerkliche Objekte aus der Zeit um 1900, die im Grossraum Wien entstanden sind. Für die Ausstellung wurde ein sehr spezieller Zugang gewählt; die menschliche Haut.

Das Ausstellungskuratorium von Hautnah. Wien 1900 hat für die Darstellung des Aufbruchs in die Moderne einen ungewöhnlichen Ansatz gewählt. Indem die Schau über den klassischen Gegensatz zwischen den Generationen von Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka, zwischen Symbolismus und Expressionismus in Zeichenkunst und Malerei sowie zwischen pflanzlichen und abstrakten Ornamenten in der Angewandten Kunst hinausgeht, befasst sie sich mit dem Aufkommen einer neuen Sensibilität, die ihren Ausdruck in einer auf die Haut ausgerichteten plastischen Arbeit findet. Durch die Erkundung der Geheimnisse dieses sinnlichen Organs gibt die Wiener Moderne den Beziehungen zwischen dem modernen Menschen und der Welt, dem Gebrauchsgegenstand und seiner Umgebung sowie dem Haus und der Strasse eine neue Deutung.

Gelungene erste Wechselausstellung
Das Musée cantonal des Beaux-Arts Lausanne will nach der international beachteten Eröffnung im vergangenen Oktober 2019 den Erfolgskurs fortsetzen. Mit einer Ausstellung um die bedeutenden Künstler Klimt, Schiele, Kokoschka und ihre Zeitgenossen wird das Museum mit Sicherheit auch viele Kunstliebhaber*innen aus dem deutschsprachigen Raum anziehen. Die erste Wechselausstellung des MCBA im neuen Gebäude neben dem Bahnhof ist also einem der künstlerischen Hauptereignisse des frühen 20. Jahrhunderts gewidmet: dem Beitrag der Wiener Kunstszene zur Entstehung der modernen Kunst. Die Ausstellung zeigt in sechs Themen auf die Haut fokussierte plastische Arbeiten mit rund 180 Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und kunsthandwerklichen Objekten aus Schweizer und internationalen Museen und bedeutenden Sammlungen.

Das östliche Gegenstück
Mit der Ausstellung «Hautnah. Wien 1900, von Klimt zu Schiele und Kokoschka» will das MCBA das Publikum mit bekannten Künstlern an das Museum binden. Gleichzeitig ist die Wiener Moderne das östliche Gegenstück zur Art Nouveau französischer Prägung und zum ersten Mal in der der Westschweiz zu sehen. ‹Paris 1900› mit Théophile-Alexandre Steinlen oder Eugène Grasset aus der Sammlung des MCBA wurde in den letzten Jahren im alten Museum prominent präsentiert.

Wiener Moderne
Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt im Zeitraum zwischen dem Gründungsjahr der Wiener Secession (1897) und der Auflösung des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs (1918). Einem Schicksalsjahr, in dem ebenso viele bedeutende Künstler verstarben (Gustav Klimt, Koloman Moser, Egon Schiele, Otto Wagner). Um 1900 und mit dem Aufkommen der Wiener Moderne ist der menschliche Körper das Forschungsobjekt in Medizin, Psychologie, Philosophie und in den Künsten. Jedes Werk sowie jeder Gegenstand der Ausstellung wurde ausgewählt, um die Entstehungsgeschichte der gemeinsamen Sprache der Wiener Kunstszene nachzuzeichnen. Sie lässt sich in einer auf die Haut fokussierten Auseinandersetzung lesen.

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