Das «Human Rights Film Festival Zurich» (HRFF) feiert seine 5. Ausgabe, die «UNO Kinderrechtskonvention» gibt es seit 30 Jahren und die «Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung» seit 70 Jahren. Drei Jubiläen von Organisationen, die für die gleichen drei Ziele kämpfen: Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Das Filmfestival zeigt in seiner Jubiläumsausgabe berührende und aufrüttelnde Filme zum Thema – und es vermittelt Strategien, um sich für diese grundlegenden Rechte stark zu machen.
Human Rights Film Festival Zurich | Jubiläumsausgabe
Künstlerischer Widerstand auf der Leinwand – eine Filmauswahl, die unseren Blick schärft und Mut macht.
Kinder erleben anders
Ein Schwerpunkt der diesjährigen Filmauswahl gibt den Erfahrungen von jungen Menschen Raum. So bewegen sich der kleine Aatos und sein Freund Amin im Eröffnungsfilm GODS OF MOLENBEEK mit traumwandlerischer Sicherheit durch ihr Quartier, wo Glaubenskriege sich entladen und Sicherheitskräfte allgegenwärtig sind. In MIDNIGHT TRAVELER erfasst der kindliche Blick den harten Alltag von Flucht und Entwurzelung. Die jungen Protagonist*innen lehnen sich gegen harsche Zwänge auf und nähren die Hoffnung ihrer Generation auf eine bessere Zukunft. Am Tag der Menschenrechte, am 10. Dezember, lädt das HRFF gemeinsam mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten und Médecins Sans Frontiers zur «Big Debate» zum Thema «Rechte von Kindern auf der Flucht». Die Diskussion im Anschluss an VOLUNTEER, dem Publikumsliebling des ZFF, behandelt die Kriminalisierung der Solidarität, und diejenige nach TALKING ABOUT TREES beleuchtet die Protestbewegung im Sudan.
Frauen vor und hinter der Kamera
Mit dem Frauenstreik ist 2019 einmal mehr laut und deutlich geworden, dass Sichtbarkeit und Solidarität unter Frauen ein zentrales Anliegen sein muss im Kampf für Gleichberechtigung. Das HRFF-Team – mit der Wahl von Katharina Morawek zur neuen Präsidentin nun ganz in Frauenhand – rückt weibliche Persönlichkeiten in den Fokus, die sich für Gerechtigkeit und gegen Willkür einsetzen. Und es bringt Geschichten auf die Leinwand, die sich mit vielschichtigen Auffassungen von Frausein und mit Identitätsfragen beschäftigen. In ONE CHILD NATION geht die Regisseurin Nanfu Wang ihrer eigenen Familiengeschichte auf den Grund. Sie stochert tief in den Wunden, welche die Ein-Kind-Politik in China hinterlassen hat. XY CHELSEA beschreibt den Weg einer Whistleblowerin und Transfrau zurück in die Gesellschaft. MATERNAL gibt Einblick in die vielen Facetten von biologischer und sozialer Mutterschaft – in Argentinien, wo Abtreibung noch immer illegal ist. Auch das Rahmenprogramm des diesjährigen Festivals ist weiblich: Die Spoken Word Poetin FATIMA MOUMOUNI nimmt sich für ihre Performance am 7. Dezember im Kosmos Klub die Schweiz vor: kritisch und humorvoll.
Alle haben ein Recht auf Film
Das HRFF will Menschenrechte allen Generationen zugänglich machen. Mit zwölf Schulvorstellungen, die unter anderem in Zusammenarbeit mit der Robert F. Kennedy Human Rights Foundation Switzerland organisiert werden, wird Jugendlichen der Zugang zu Menschenrechtsthemen ermöglicht. 2019 sind zudem neu alle Filme und Veranstaltungen des Festivals für Menschen mit N- oder F-Aufenthaltsstatus kostenlos.