Die junge Winterthurer Kompanie, getragen von Milena Büchi, Corinne Kälin, Aline Gia Perino und Yvonne Sieber, rücken in ihrer neuesten Produktion gemeinsam mit Schauspielerin Dominique Devenport vier prägende Frauenfiguren der Schweizer Vergangenheit – Anna Göldi, Marie Heim-Vögtlin, Meret Oppenheim und Iris von Roten – ins Jetzt und machen aus ihrer Geschichte einen eindringlichen, interdisziplinären Abend über Selbstbestimmung, Widerstand und feministische Präsenz im Heute.
Vom Geheimtipp zum radikalen zeitgenössischen Körpertheater
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Historische Frauenfiguren als Ausgangspunkt
Mit LES FEMMES FATALES nimmt die Produktion vier prägende Frauenfiguren der Schweizer Geschichte als Ausgangspunkt: Anna Göldi, Marie Heim-Vögtlin, Meret Oppenheim und Iris von Roten. Ihre Lebenswege stehen exemplarisch für unterschiedliche Formen von Ausgrenzung, Widerstand und Selbstbehauptung in einer von männlichen Machtstrukturen geprägten Gesellschaft. Das Stück versteht sich dabei nicht als historische Rekonstruktion, sondern als künstlerische Annäherung an Fragen von Sichtbarkeit, Rollenbildern und gesellschaftlicher Teilhabe – Themen, die weit über ihre Zeit hinausweisen.
Zeitgenössischer Tanz als Übersetzungsraum
Formal verbindet LES FEMMES FATALES zeitgenössischen Tanz mit gesprochenem Text und Musik und schafft so einen offenen Reflexionsraum zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die historische Vorlage dient weniger der Nacherzählung als der Konfrontation: Welche Kämpfe sind abgeschlossen, welche wirken bis heute fort? Das Projekt positioniert sich klar als interdisziplinäres Tanzstück mit gesellschaftlichem Anspruch und reiht sich ein in eine aktuelle künstlerische Praxis, die Geschichte nicht als abgeschlossenes Kapitel begreift, sondern als Material, das im Heute neu befragt wird.

