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Theater St.Gallen | Die Macht der Gewohnheit

In einmaligem Ambiente zeigt das Theater St.Gallen die Komödie "Die Macht der Gewohnheit" von Thomas Bernhard.

Man hat es nicht leicht mit der Kunst! Man kann nicht mit ihr leben – und schon gar nicht ohne sie. Und erst die Musik! So flüchtig ist hier die Perfektion, dass sie, kaum erahnt, schon wieder verschwindet. Immer jagt man dem Ideal der Vollkommenheit hinterher und versackt doch ständig im Dilettantismus!

Zirkusdirektor Caribaldi hat eine Vision: Einmal, nur ein einziges Mal, will er gemeinsam mit den vier weiteren Artisten aus seinem Zirkus das Forellenquintett von Schubert spielen. Doch das Projekt des Zirkusdirektors misslingt Tag für Tag aufs Neue – und das bereits ehe der erste Ton gespielt ist! Denn nicht nur sind alle Beteiligten notorisch unmusikalisch, auch fehlt ihnen die nötige Motivation. Der Dompteur hat sich wieder einmal am Arm verletzt, dem Spassmacher rutscht ständig seine Haube ins Gesicht, der Jongleur muss immerzu husten. Und so mühen sich die fünf Akteure mit der Kunst wie dereinst Sisyphos mit dem Stein und warten auf irgendeine Erlösung – so trivial sie auch sei.

Thomas Bernhard (1931–1989) zählt zu den bedeutendsten Dramatikern des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Macht der Gewohnheit, 1974 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt, ist ein Theaterstück wie eine Melodie, eine meisterliche Fuge über die Unvereinbarkeit von Leben und Kunst.
Eine grosse Komödie über die Sinnlosigkeit allen Strebens und Seins − und über die tägliche Notwendigkeit, dennoch immer weiterzumachen.

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