Player laden ...

Theater Basel | DNA

Adam ist tot. Nicht mehr am Leben. Es begann mit einer Mutprobe! Ein Education-Projekt mit Jugendlichen aus Basel bringt Dennis Kellys Stück "DNS" auf sprachlich hohem Niveau auf die Bühne.

Um dazuzugehören, sollte Adam Blätter essen, dann wurden Zigaretten auf ihm ausgedrückt, sein Gesicht sah dabei lustig aus. Zu guter Letzt sollte er über ein Gitter balancieren. Er gehorchte, rutschte ab und stürzte in einen metertiefen, dunklen Schacht. Um ihre Schuld zu vertuschen, entwerfen die beteiligten Jugendlichen das Profil eines imaginären Täters.

Kellys Protagonisten haben genug Krimi-Serien gesehen, um zu wissen, wie man genetische Spuren verwischt und falsche Fährten legt. Der Plan scheint erschreckend gut aufzugehen. Zu gut, denn wider Erwarten findet die Polizei einen Mann, auf den das Fantasie-Profil genau passt. Als dann auch noch ein schwer verletzter Junge im Wald auftaucht, der die Wahrheit über den Fall weiss, bricht Panik in der Gang aus und mit den internen Hierarchiestrukturen geraten auch die gebündelten Aktionen aus dem Ruder. Dass sich nun inmitten dieser nonchalanten Abgebrühtheit Einzelner plötzlich doch so etwas wie ein Gewissen zu Wort meldet, war definitiv nicht vorgesehen.

Dennis Kelly greift auch mit diesem Stück in eine Wunde unserer Gesellschaft: Wie ist es möglich, dass Jugendliche, die nett und anständig wirken, plötzlich brutaler handeln als professionelle Schwerverbrecher? Kelly beantwortet die Frage nicht, aber er umkreist sie bis zu dem Punkt, wo sie am meisten weh tut.

Dennis Kelly, 1970 in London geboren, studierte am Londoner Goldsmiths College.
Er ist heute einer der gefragtesten zeitgenössischen Theaterautoren. Mit dem Theater Basel verbindet ihn seit den deutschsprachigen Erstaufführungen seiner Stücke «Liebe und Geld» (Regie: Elias Perrig) und «Taking care of Baby» (Regie: Caro Thum) eine enge Zusammenarbeit. Elias Perrig inszenierte in der letzten Spielzeit auch sein Zweipersonenstück «Nach dem Ende» auf der Kleinen Bühne. «DNA» wurde im Juni 2007 am Londoner National Theatre uraufgeführt.

weniger lesen

arttv Dossiers

Kulturnachrichten

CLICK Unser eMagazin