Unterhaltung
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Pandemische Alpenfarce | Sepp & Paul

Witzig, provokativ, hintergründig. Zwei ledige Bergbauern führen uns durch ihren Corona-Lockdown auf dem Heimetli oben

Der Pfarrer und die Kirche kommen dran, die in Bern oben zahlen, der Heimatabend ist lustiger zu zweit und tanzen kann man auch mit einer Puppe. Es wird so etwas wie Musik gemacht, wüst und frech geredet, in Reimen gedichtet und gerichtet und die schöne neue Welt auf den Arm genommen. Das Kleinsttheater in Giswil ist ein Kleinod und das Erlebnis kein kleinliches.

Typisch Sepp

Sepp Baggenstos ist in Nidwalden eine lebende Legende. Ein Kunstschaffender mit unverbrauchbarer und unverwüstlicher Energie. Er macht Kunst und Theater und alles mögliche dazu. Weit herum bekannt wurde er mit seinem Innerschwiizer Alptheater in der Schwendi, oberhalb von Sarnen, das jahrelang im Sommer für grosse Theatererlebnisse in der Höhe sorgte und im Mai 2020 vollständig abbrannte. Zusammen mit Eggi Gabriel hat er in der Folge während der Pandemie in Giswil das Kleinstheater Biinili auf die Beine gestellt. Mit Essstube, Showroom, Lädeli und unglaublich vielen liebevollen Details. Die Biinili Giswil ist ein Gesamtkunstwerk, eben typisch Sepp.

Bauernschlau

«… bei uns in den Bergen oben, da wo wir wohnen und leben, haben wir – Sepp und sein Nachpuir Pail – einen unsinnigen Chrampf und es geht nicht so ring, wie bei euch drinunnen. Wir müssen guslen und können nicht einfach so schnell drinaben gogen posten oder go schneiggen in den Läden. Wir müssen immer schaffen. Immer. Nur mengisch können wir an eine Kilbi, oder einen Jodlerabend, oder in die Kile. Wenn etz, wegen Bazillen von Ziri oder anderen Käfern, uns auch das noch genommen wird, sind wir auf unseren Heimetli wie im Chefi und muätterseelenallein und zu allem Elend anen auch noch ledig. Da könnte man dann schon schwärmiätig werden. Aber den Sepp und den Pail müsst ihr nicht lehren. Die buien sich ihre eigene Welt auf. Mit dem, was sie haben, und sind zfriden. Genai um diese Welt geht’s in unserem Theaterstück, das wir in unserem neuen und ganz kleinen Theäterli spielen. Müsst halt gogen luugen.» (HP Sepps)

Theater- und Foodstube

Das Theater Biinili hat 24 Plätze, 12 der Besucher:innen können auch essen. Und «beim Sepp wird cheiben gut gegessen. Vor dem Theater ein Essen geniesssen ist das i-Tipfli auf dem Abend». Das Menu ist selber geschossenes Wild und dann wurde es gschnätzled. Mit Beilagen und Salat und Wein und Dessert und Niidlä. Und eine Bar ist auch für alle da.

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