In einer Welt, die eher weg- als hinschaut, legt Klaus Merz ein besonderes Augenmerk auf Randfiguren, die in der Nahaufnahme zu eigensinnigen Protagonist:innen werden. Theater Marie lässt als Geburtstagsgeschenk für Klaus Merz einige seiner Lieblingsbilder aufleuchten und Figuren aus seinem Werk zu Wort kommen. Verspielt, präzise und mit feinem Humor.
Eine Hommage an Klaus Merz
Seinen 80. Geburtstag nahm das Theater Marie zum Anlass, die Türen zu einer spannenden Reise in den Kosmos des grossen Aargauer Erzählers zu öffnen.
«Eine Ahnung vom Ganzen» entsteht in Kooperation mit dem Forum Schlossplatz Aarau, das am 4. September 2025 die Ausstellung «Aussen ist innen – Klaus Merz» eröffnet, und der Galerie Litar Zürich, die sich ab dem 13. September 2025 mit «Merz Welt» ebenfalls dem Autor widmet. Das Projekt wurde zudem zum Pro Argovia Artist 2025 gewählt.
Über das Stück
Während im geschmückten Festsaal alle auf den grossen Auftritt des Jubilars warten, wird die Hinterbühne zum Refugium für Figuren aus dem Werk von Klaus Merz, die ihrem Autor ein besonderes Ständchen halten. Drei Schauspieler:innen stöbern in einem Archiv von Geschichten und Portraits, die aufrütteln und die Zeit einzufangen versuchen, die doch kaum zu fassen ist. Sie stossen auf Entwürfe und lesen in nicht abgerissenen Kalenderblättern aus Familiengeschichten, die so lebendig erinnert werden, dass längst Vergangenes aufscheint wie frisch polierte Gegenwart.
Familienkosmos Merz
Klaus Merz zählt zu den bedeutendsten Schweizer Schriftstellern der Gegenwart. Der in Aarau geborene Autor hat mit seiner präzise verdichteten, poetischen Sprache ein eigenes erzählerisches Universum geschaffen, das Leser:innen nachhaltig berührt. Zu seinen bekanntesten Werken gehört der kurze Roman JAKOB SCHLÄFT, in dem – typisch für Merz – mit wenigen Worten eine grosse emotionale Tiefe erreicht wird, sowie die Erzählung LOS, die existentielle Fragen des Lebens erkundet. Seine Texte leben von sprachlicher Klarheit und radikaler Reduktion – und davon, dass im Kleinen stets das Grosse aufscheint.
Auch in der nächsten Generation wird erzählt – mit anderen Mitteln. Sein Sohn Laurin Merz arbeitet als Filmemacher und setzt sich in dokumentarischen und essayistischen Filmen mit Menschen, Geschichte und Gegenwart auseinander. Zu seinen Arbeiten zählen unter anderem LUKAS BÄRFUSS – SCHRIFTSTELLER, STEALING GIANTS sowie SWISSAIR FLUG 100 – GEISELDRAMA IN DER WÜSTE. So entsteht über zwei Generationen hinweg ein spannender Dialog zwischen Literatur und Film – zwischen Wort und Bild, zwischen Verdichtung und Bewegung.

