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Wortlaut - St. Galler Literaturfestival | Nachtgestalten

Zur Eröffnung brachte das literarische Frühjahrsereignis der Ostschweiz ein Zwiegespräch zweier Nachtgestalten digital in die Stuben.

«Was möglich ist» – das ist nicht nur der Titel von Werner Rohners neustem Roman, aus welchem der Autor am 13. Wortlaut St. Galler Literaturfestival vorgelesen hätte, sondern auch das Motto des digitalen Alternativprogramms. Oder anders gesagt: Eine wirkliche Alternative sind digitale Formate, nicht aber eben «was möglich ist». arttv hat den Eröffnungsabend begleitet und gibt einen Einblick hinter die diesjährige Streamingkulisse.

Zu Wort und Bild kommen
Alljährlich findet das Festival «Wortlaut» Ende März in St.Gallen statt. Es bietet literarische Entdeckungsmöglichkeiten in den vier Reihen «Laut» (Musik- und Sprechkabarett), «Luise» (Lesungen und Gespräche), «Lechts» (Comic und Graphic Novel) und «Rinks» (Slam Poetry und Spoken Word) – die Titel sind eine Hommage an Ernst Jandl, einen der grössten deutschsprachigen Sprach- und Wortlautspieler des 20. Jahrhunderts. Aufgrund der aktuell geltenden behördlichen Massnahmen konnte das diesjährige Wortlaut nicht wie geplant stattfinden. Ein weiteres Jahr musste das Publikum auf spannende Lesungen, literarische Entdeckungen und Begegnungen zwischen Literaturschaffenden und Publikum verzichten. Ein schwerer Schlag für alle Mitwirkenden. Dem Wortlaut war es trotz des abgesagten Festivals ein Anliegen, wenigstens einige Autor*innen und Künstler*innen, welche am Literaturfestival auf den kleinen und grossen Bühnen der Stadt aufgetreten wären, zu Wort kommen zu lassen – oder eben zu Bild.

Scharfsinnig und aberwitzig
Die Eröffnung vom 13. Wortlaut hätte eine doppelte Premiere gefeiert: Das Theater am Tisch spannt zum ersten Mal mit Schriftsteller Jaroslav Rudis zusammen. Dieser wiederum hat erstmals mit dem mehrfach preisgekrönten Wiener Illustrator und Comic- Zeichner Nicolas Mahler die Graphic Novel «Nachtgestalten» verfasst. Eine prächtige melancholisch-süffige Nachtgeschichte: Eine Stadt und zwei Freunde, die wissen, dass es nichts Grösseres gibt als die Wahrheit des Moments, in dem die Kneipe schliesst. Von Bier zu Bier und von Geschichte zu Geschichte treibend erzählen die beiden Nachtgestalten scharfsinnig und aberwitzig von der Tragik der Liebe, dem Wahnsinn des Lebens sowie den Spuren der Geschichte, die allem zugrunde liegt und nie ganz verschwindet.

Live-Stream-Premiere
Die Premiere wurde per Live-Stream aus dem Palace in die heimischen Stuben gebracht: Schauspieler Marcus Schäfer und Oliver Losehand belebten das Zwiegespräch der Nachtgestalten anschaulich für die Bühne – und den Bildschirm, die E-Gitarristen Peter Lutz und Marcel Elsener gaben ihr einen nachttrunken ausufernden Sound, Grafiker Jurek Edel animierte die Bilder vom blutigen Vollmond bis zum toten Hund.

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