Am 17. Februar 2025 war es 100 Jahre her, seit Isabelle Kaiser in ihrer Ermitage gestorben ist. Um die Jahrhundertwende war sie die wohl meistgelesene Schriftstellerin Europas und trat oft als Rezitatorin ihrer eigenen Werke auf. Ihr Lebensentwurf als Eremitin, ihr Erscheinungsbild und ihr Anspruch als «Hohepriesterin der Dichtkunst» trugen zu ihrer Sonderstellung als Künstlerin bei. Ein Projektteam um den Kulturverein Ermitage lässt die Beckenrieder Schriftstellerin neu entdecken.
Isabelle Kaiser, die vergessene Poetin
- Publiziert am 1. April 2025
Die Ermitage in Beckenried veranstaltet ein Gedenkjahr zum 100. Todestag der Nidwaldner Schriftstellerin.
Kommende Veranstaltungen
Das Phantom Isabelle Kaiser: Gefeiert – vergessen – wiederentdeckt | Kurzreferate und Podiumsgespräch im Literaturhaus Zentralschweiz lit.z
6. April 2025 | 17 Uhr
Mit ihrem bahnbrechenden Buch «Frauen-Literatur. Abgewertet – vergessen – wiederentdeckt» zeigt die Literaturwissenschaftlerin Nicole Seifert frauenfeindliche Strukturen im Literaturbetrieb auf. Die Journalistin Jana Avanzini veröffentlicht 2023 das Lesebuch «Isabelle Kaiser». Philipp Theisohn, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Zürich, schreibt im Vorwort des erwähnten Lesebuchs: «Man sollte sie wiederlesen.»
Auf dem Podium: N. Seifert, J. Avanzini und Ph. Theisohn. Moderation: Anna Chudozilov. Eine Veranstaltung organisiert vom lit.z, dem Historischen Verein Nidwalden und dem Kulturverein Ermitage. Reservationen: www.lit-z.ch.
Isabelle Kaiser – Ein Lesebuch | Lesung in der Ermitage | Jana Avanzini und Maja Schelldorfer
9. Mai 2025 | 20 Uhr
Isabelle Kaiser zählt zu den erfolgreichsten Schriftstellerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Sie füllte Hallen in Europa und der Schweiz und verfasste über dreissig Romane, Novellensammlungen und Gedichtbände in deutscher und französischer Sprache. Jana Avanzini veröffentlichte eine Auswahl von Kaisers Novellen und Gedichten, verbunden mit einem biografischen Essay. Jana Avanzini und Maja Schelldorfer erzählen und lesen aus dem «Lesebuch».
Führungen: Einblicke in das Leben der Isabelle Kaiser
Auf einer 30-minütigen Führung lädt uns Isabelle Kaiser (Maja Schelldorfer) ein, ihre Ermitage, in der sie bis zu ihrem Tode gelebt, geschrieben, musiziert –, aber auch geliebt, gelacht und geweint hat, kennen zu lernen. Die Führung gewährt im Garten sowie in der geschichtsträchtigen und im Originalzustand erhaltenen (Schreib-)Stube eindrückliche Einblicke in das Leben der Isabelle Kaiser.
Weitere Informationen
Isabelle Kaiser (1866–1925) schrieb hauptsächlich Lyrik, Romane sowie Erzählungen und erlangte zu ihrer Zeit grosse Anerkennung. Sie war eine Frau, die ihrer Zeit voraus war, mit ihrem literarischen Schaffen und ihrer extravaganten, starken Persönlichkeit. Das ehemalige Wohnhaus der Beckenrieder Schriftstellerin erinnert bis heute an ihr Schaffen. Die Räumlichkeiten werden von dem 1979 durch eine Initiative von Beckenrieder Frauen gegründeten Kulturverein Ermitage bespielt. Der heutige Kulturraum wurde 1999 eröffnet. Die berühmte Dichterin und Schriftstellerin Isabelle Kaiser (1866–1925) liess das Haus 1902 erbauen. Sie selbst wurde in Beckenried geboren, verbrachte ihre Kindheit in der französischen Schweiz. Danach zog sie nach Zug und schliesslich mit 35 Jahren wieder zurück nach Beckenried, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Sie erlangte zu ihrer Zeit grosse Anerkennung und gehörte neben Carl Spitteler, Ernst Zahn und Johanna Spyri zu den international renommiertesten Schweizer Autor:innen ihrer Zeit.
(Textgrundlage: Ermitage Beckenried)