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© Johanna Schaible, Carl Hanser Verlag | Johanna Schaible: «Es war einmal und wird noch lange sein.», Carl Hanser Verlag, 2021

Gewerbemuseum Winterthur | Bilderbücher: illustriert & inszeniert

Raffiniert inszenierte Geschichten voller Witz und Poesie, die Erwachsene wie auch Kinder in ihren Bann ziehen – das sind Bilderbücher!

Die vom Bilderbuchexperten Hans ten Doornkaat kuratierte Ausstellung rückt ein Medium in den Fokus, das zwischen Erzählung, Illustration und visueller Gestaltung oszilliert und mit der Präsentation von zahlreichen zeitgenössischen internationalen und nationalen Positionen eine überraschende Vielfalt auffächert. Gleichzeitig wirft die Schau einen Blick in die Werkstätten von Schweizer Illustrator*innen – einigen davon kann beim Zeichnen über die Schulter geguckt werden.

Einblicken in zahlreiche Bilderbücher von:

Jürg Amann und Käthi Bhend / Sara Ball / Istvan Banyai / Agnese Baruzzi / Marion Bataille / Jutta Bauer / Aaron Becker / Rotraut Susanne Berner / Maike Biederstaedt / Koen van Biesen / Blexbolex / Dieter Böge und Bernd Mölck-Tassel / Anouck Boisrobert und Louis Rigaud / Vincent Bourgeau und Cédric Ramadier / Hannah Brückner / Eric Carle / Katy Couprie und Antonin Louchard / Reza Dalvand / Judith Drews / Vera Eggermann und Ueli Kleeb / Peter van den Enden / Heike Faller / Daniel Fehr und Maurizio A.C. Quarello / Jean-Marc Fiess / Hans Fischer / Diane und Christyan Fox / Annegert Fuchshuber / Doro Göbel und Peter Knorr / Emily Gravett / Armin Greder / Françoise de Guibert / John Hare / Nikolaus Heidelbach / Isol / It`s Raining Elephants / Heinz Janisch und Gerhard Haderer / Tove Jansson / Oliver Jeffers und Sam Winston / Jean Jullien / Matto Kämpf / Raphaël Kolly / Edward Lear / Barbara Lehmann / Suzy Lee / Leo Lionni / David McKee / Anete Melece / Isabel Minhós Martins und Bernardo P. Carvalho / Aleksandra und Daniel Mizielinski / Elsa Mroziewicz / Jörg Mühle / Ebi Naumann und Robert Henderson / Chris Naylor-Ballesteros / B. J. Novak / Kveta Pacovska / Lorenz Pauli und Miriam Zedelius / Andrea Peter / Miro Poferl / Hubert Poirot-Bourdain / Nicolai Popov / Petra Postert und Jens Rassmus / Tom Reed / Béatrice Rodriguez / Anisa Alrefaei Roomieh und Maeva Rubli / Claudia Rueda / Sabine Rufener / Rainer Sacher / Kathrin Schärer / Johanna Schaible / Axel Scheffler und Julia Donaldson / Peter Schössow / Binette Schröder / Samuel Schuhmacher / Walid Serageldine / Sydney Smith / Anna Sommer / Grégoire Solotareff / Julia Spiers / Kaori Takahashi / Shaun Tan und Eike Schönfeld / Christian Tielmann / Thé Tjong-Khing / Olga Tokarczuk / Orvind Torseter / Hervé Tullet / Tomi Ungerer / Anais Vaugelade / Frank Viva / Johannes Vogt und Felicitas Horstschäfer / Daan Remmerts de Vries und Ingrid und Dieter Schubert / David Wiesner / Mo Willems / Claudia Wirth / Giovanna Zoboli und Mariachiara di Giorgio / Yusuke Yonezu / ZO-O / Germano Zullo und Albertine / u.v.m.

Erzählformen zeitgenössischer Bilderbücher

Bilderbücher inszenieren einfache Geschichten voller Witz und Poesie, bilden Spannung beim Umblättern und lassen uns mit ihren Illustrationen in andere Welten eintauchen. Dabei erweisen sich die Bilderbücher als eigentliche Sinnstiftungsmaschinen, die (Vor-)Lesende unmittelbar ansprechen: Die Illustrationen erzeugen das beglückende Gefühl der Neuentdeckung ebenso wie jenes vertrauter Geborgenheit bei der Wiederentdeckung. Gleichzeitig lassen sich Bilderbücher immer wieder neu erschliessen. Je länger man sie anschaut, umso vielschichtiger und komplexer wird das Einfache – während sie zugleich als Ganzes übersichtlich bleiben. Aber wie machen die Bilderbücher das nur? Die Ausstellung geht den visuellen Erzählformen zeitgenössischer Bilderbücher auf den Grund und widmet sich ihrer einzigartigen Materialität. Sie stellt Kindern und Erwachsenen raffiniert inszenierte Geschichten vor und untersucht den kreativen Prozess des Bilderbuchmachens. Von farbintensiver Verspieltheit zu minimalistischen Grautönen, von digitaler Makellosigkeit zu groben Skizzen und von ungewöhnlichen Formaten über Pop-up-Effekte bis hin zu gestanzten Buchseiten: Die Gestaltungsmöglichkeiten scheinen endlos. Gleichzeitig blickt die Schau in die Werkstätten von Schweizer Illustrator*innen – einigen davon kann in Live-Events beim Zeichnen über die Schulter geguckt werden.

Erzählweisen … Was macht der Falz des Buches mit der Geschichte, wie wird der Bildraum eingesetzt? Welche Assoziationsräume eröffnen sich durch Farben und Formen in der Abfolge der Seiten? Bilderbücher zeigen nicht einfach illustrierte Texte, sie generieren mit den Illustrationen und dem Umgang mit der Materialität des Buches neue Bedeutungsebenen, die selbst sprachenähnlich funktionieren. So werden Geschichten – seien sie komisch, gesellschaftskritisch, fantastisch (oder alle drei Varianten) – mitunter ganz ohne Worte erzählt, dafür aber mit mehreren Bildebenen. So kann das nur das Bilderbuch! Die Ausstellung erkundet die vielfältigen Möglichkeiten. … und Illustrationen Es sind die Illustrationen, die in den Buchseiten die Geschichten zum Leben erwecken. Von farbintensiver Verspieltheit zu minimalistischen Grautönen, von digitaler Makellosigkeit zu groben Skizzen und von ungewöhnlichen Formaten über Pop-up-Effekte bis hin zu gelochten Buchseiten: Die Gestaltungsmöglichkeiten der Illustrierenden scheinen endlos. Materialität … Die Verbindung von Bildern und Wörtern erschafft in vielen Medien Bemerkenswertes, doch im Bilderbuch ist es die Materialität des Buchs selbst, die in den Mittelpunkt rückt: Ausklappseiten sprengen das Buchformat, durch Paper-Engineering entfalten sich komplexe Pop-up-Effekte und ein durchs ganze Buch gestanztes Loch kann Seite für Seite neu gelesen werden. … und Bilderbuchmachen Welche Schritte unternehmen Illustrierende, bis am Ende das fertige Bilderbuch entstanden ist? Die Ausstellung setzt Bilderbücher in den Kontext gestalterischer Prozessualität und nimmt in Ateliersituationen vor Ort Schweizer Illustratorinnen in den Blick. Meta-Bilderbücher … Heute machen Bilderbücher auch ihre Fiktionalität zum Thema. Das Erfinden und Entwickeln der Geschichte wird als Metakonstruktion zu einem Teil der Handlung. Figuren diskutieren mit Autor*innen oder nehmen die (Un-) Möglichkeit, die eigene Geschichte umzuschreiben, in den Blick. Ähnlich wird mit der Rolle der Betrachtenden gespielt, wenn Bücher auf den Kopf gestellt werden müssen, damit die Figuren nicht herausfallen. Im Zentrum steht das Spiel mit dem eigenen Status, das Bewusstmachen und Brechen von Erwartungen. Nicht zufällig reizen Metabilderbücher die physischen und ästhetischen Möglichkeiten des Mediums besonders vielfältig aus.

Veranstaltungen und Publikation

Die vielfältigen Veranstaltungen umfassen Workshops für Erwachsene und Familien, thematische Führungen mit Kurzreferaten von Expertinnen und Experten zu Genderstereotypen im Bilderbuch oder auch zu digitalen Formaten. Die Schweizer Illustratorinnen Anna Sommer, Johanna Schaible, Anete Melece und Adrienne Barman sind tageweise im Museum und das Publikum kann ihnen beim Live-Zeichnen zu-schauen. Daneben finden zwei Museumskonzerte statt und es wird ein neuer Blog aufgeschaltet, in dem Winterthurer Illustrator*innen die Ausstellung kommentieren. Zur Ausstellung erscheint die Begleitpublikation «Das Medium Bilderbuch» von Hans ten Doornkaat. Deutsch, ca. 256 Seiten, ca. 200 Abbildungen, Klappenbroschur, Triest Verlag Zürich/St.Gallen. Ab April 2022 erhältlich im Buchhandel und im Museumsshop Gewerbemuseum Winterthur.

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