Wörterseh Verlag |  Das Kind meiner Mutter

Der Dok-Film von Marcel Gisler hat ihn berühmt gemacht: Ex-Männermodell Florian Burkhardt schildert sein dramatisches Leben nun selber in Buchform.

Florian Burkhardts Leben gleicht einer Soapopera: Aufgewachsen in überbehüteten Verhältnissen in Luzern, haut er ab in die Staaten und wird dort Topmodel - bis er eine Soziophobie entwickelt und kaum mehr seine Wohnung verlässt. Nach dem Film «Electroboy» nun die Autobiographie in Buchform.

Neugeborener Prinz
Bei einem spektakulären Autounfall verlieren Florian Burkhardts Eltern ihr jüngstes Kind. Einen Buben. Als Ersatz für das tote zeugen die Eltern sofort ein neues. Ihn. Florian. Und von Stund an richtet die Mutter ihren ganzen Fokus und all ihre Energie auf ihn, den neugeborenen Prinzen. Aus Angst, auch ihn zu verlieren, beschützt sie Florian vor allen Einflüssen der «gefährlichen» Außenwelt: Fahrrad fahren, Radio hören, TV schauen, Freunde besuchen und anderweitige Aussenkontakte sind verboten oder werden kontrolliert. Die Überbehütetheit wird zum erdrückenden Gefängnis. Doch erst als die Eltern versuchen, Florians Homosexualität zu unterbinden, begehrt der inzwischen 16-Jährige auf – und wird in ein katholisches Internat gesteckt. Nach fünf Jahren hält Florian das Lehrer-Diplom in der Hand. Und damit sein Ticket in die lange ersehnte Freiheit. Er bricht nach Amerika auf und erlangt internationalen Ruhm als Topmodel.

Die traurige Wende
Wieder zurück in der Schweiz, setzt er sein Leben auf der Überholspur fort. Er – dessen Individualität, Kreativität und Lebensfreude über zwei Jahrzehnte hinweg massiv zurückgebunden wurden – will mehr als Grenzen sprengen. Die Überfürsorge im streng kontrollierenden Elternhaus und die anschließende Reizüberflutung fordern ihren Tribut. Florian Burkhardt ist 27 Jahre alt als er an einer schweren Angststörung erkrankt und sich selbst in eine psychiatrische Klinik einweisen lässt.

Electroboy
Florian Burkhardts Biografie wurde von Regisseur Marcel Gisler mit der international beachteten und mehrfach preisgekrönten Kinodokumentation «Electroboy» verfilmt. Im selben Jahr, in dem der Film herauskam, begann Florian Burkhardt die Geschichte seiner Kindheit und Jugend niederzuschreiben. «Das Kind meiner Mutter» ist sein Erstling.

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